Kasse lehnt Therapie ab
Krefeld – Die lächerlichen 25 Schritte vom Bett zur Couch schafft Stefan Lucks (35) nur, indem er sich mit den Händen an der Wand abstützt, sonst wird ihm schwindelig. An guten Tagen schafft er 1500 Schritte, von denen sich der Moletteur (Walzenpräger) liegend erholen muss. Und liegend verbringt das Impfopfer 90 Prozent des Tages.
Bis August 2021 war Lucks bis auf grippale Infekte nie krank, machte freiwillig Überstunden, liebte Gartenarbeit und tobte mit seinen Söhnen Louis (7), Nick (5) und Mike (2). Seit seiner ersten Biontech-Impfung ist er ein anderer Mensch.
„Bei mir wurden diverse Autoimmun-Antikörper festgestellt, die sich gegen den eigenen Körper richten. Ich fühle mich wie im Nebel (Brain Fog), leide unter Atemnot, Schwindel und dem Erschöpfungssyndrom Fatigue.“
Foto: Stefan Schejok
Lucks gilt als austherapiert, die einzige Chance, ihn wieder fit zu bekommen, ist eine Apheresetherapie (Immunadsorption, spezielle Blutwäsche). „Das haben drei unabhängige Ärzte mir bescheinigt.“ Doch die TKK verweigert die Kostenübernahme von rund 11 000 Euro, da bei dieser sogenannten „Neuen Behandlungsmethode“ der Nutzen (noch) nicht nachgewiesen wurde.
So wie Lucks fühlen sich auch andere Betroffene, bei denen man das Post-Vac-Syndrom diagnostiziert hat.
Lucks hat sich jetzt in einer Spezialpraxis in Hannover für fünf Behandlungen angemeldet. „Da meine Beschwerden an Intensität zunehmen, ist keine Zeit zu verlieren. Ich wünsche mir mein altes Leben zurück.“
Wo bekomme ich Hilfe
▶︎ In der Post-Vac-Ambulanz von Prof. Bernhard Schieffer (58), Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und konservative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Marburg.
Die Impfung bleibt alternativlos
Die Wahrscheinlichkeit, an Long-Covid zu erkranken, liegt laut Prof. Schieffer bei rund 30 bis 40 % – bei Post-Vac sollen es 0,02 % sein. Er sagt: „An der Impfung führt nichts vorbei.“ Laut aktueller Studien hat der Piks im ersten Impfjahr weltweit rund 20 Millionen Menschen vor dem Tod durch Corona gerettet.


