EU-Betrugsermittler

Versickern unsere Hilfsgelder in der Ukraine? „Man kann die Sache nicht schönreden“

24.05.2023
Lesedauer: 2 Minuten
„Wir sind bereit, die Ukraine bei ihren Antikorruptionsmaßnahmen zu unterstützen“, sagt Olaf-Vizechef Andreas Schwarz Quelle: Europäische Kommission

Andreas Schwarz ist der höchste deutsche Betrugsermittler der Europäischen Union. Er kämpft gegen Korruption in der Ukraine – und soll verhindern, dass Russland die europäischen Sanktionen umgeht. Aber ihn beschäftigt auch ein heikler Fall in Brüssel.

Auf der 13. Etage eines gläsernen Hochhauses, über den Dächern von Brüssel, bittet Andreas Schwarz in sein Büro und sinkt in einen beigefarbenen Sessel. Schwarz ist Vizechef der Behörde Olaf und der oberste deutsche Betrugsermittler der EU. Ein Mann, der meist hinter den Kulissen arbeitet und eigentlich keine Interviews gibt.

Olaf steht für „Office européen de lutte antifraude“, auf Deutsch: Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung. Rund 420 Männer und Frauen sind hier tätig, Zollexperten, Juristen, Computer-Forensiker, ehemalige Polizisten. Ihre Mission ist es, den EU-Haushalt zu schützen, also das Geld europäischer Steuerzahler.

Schwarz und seine Mitarbeiter ermitteln gegen Zigarettenschmuggler und Zollbetrüger, Politiker und Beamte, die sich kaufen lassen, Bauern und Manager, die sich EU-Fördergeld erschleichen. Sie bekämpfen Korruption in der Ukraine und versuchen, darauf zu achten, dass niemand die Sanktionen umgeht, die Brüssel gegen Russland verhängt hat. Sie kümmern sich – kurz gesagt – um fast alle großen Themen Europas und beeinflussen die Weltpolitik.

WELT: Herr Schwarz, Korruption ist ein großes Problem in der Ukraine, das Land steht auf Platz 116 der Liste von Transparency International, kurz hinter El Salvador. Droht das viele Hilfsgeld, das Europa schickt, einfach zu versickern?

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