»Vollkommen inakzeptabel«

USA verurteilen erhöhte Alarmbereitschaft für russische Atomstreitkräfte scharf

28.02.2022
Lesedauer: 6 Minuten
Jen Psaki: Der russische Präsident Wladimir Putin beschwöre angebliche Bedrohungen herauf, »um weitere Aggression zu rechtfertigen«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses Foto: Ken Cedeno/CNP / POOL / EPA

Russlands Präsident wirft der Nato aggressives Verhalten vor und reagiert mit einer drastischen Maßnahme. Die USA fürchten, dass die Lage damit weiter eskalieren könnte, weil damit »Mächte in Gang gesetzt werden«.

Die USA haben die Versetzung der russischen Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft scharf kritisiert. Der russische Präsident Wladimir Putin beschwöre angebliche Bedrohungen herauf, »um weitere Aggression zu rechtfertigen«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Sonntag dem Sender ABC. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von einer »gefährlichen Rhetorik« Putins. Das Verhalten des russischen Präsidenten sei »verantwortungslos«, sagte Stoltenberg dem Sender CNN.

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte, die USA hätten keinen Grund, an Putins Anordnung zu zweifeln. Es sei jedoch unklar, wie sie umgesetzt werde. Putins Schritt sei »unnötig, da Russland nie vom Westen oder von der Nato und ganz sicher nicht von der Ukraine bedroht wurde«, sagte der Pentagon-Vertreter. Putins Anordnung drohe zudem die Lage zu eskalieren, weil damit »Mächte in Gang gesetzt werden«, die die Lage im Falle einer Fehleinschätzung »sehr, sehr viel gefährlicher« machen könnten. Russland verfügt über die größte Atomstreitmacht der Welt.

Zuvor hatte Putin die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und zur Begründung auf angebliche »aggressive Äußerungen« hochrangiger Vertreter von Nato-Staaten und »unfreundliche« Schritte des Westens gegen sein Land verwiesen. Es handele sich um ein Muster, das Putin im Zuge des Ukrainekonflikts bereits mehrfach an den Tag gelegt habe, sagte US-Präsidentensprecherin Psaki. Russland sei »zu keinem Zeitpunkt von der Nato oder der Ukraine bedroht worden.« Die USA würden sich gegen Drohungen Russlands behaupten: »Wir haben die Fähigkeiten, uns zu verteidigen.«

Auch die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, verurteilte Putins Schritt. Der russische Präsident »eskaliert diesen Krieg auf eine Weise, die vollkommen inakzeptabel ist«, sagte sie dem Sender CBS.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg verurteilt »bedrohliche Rhetorik«

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine und Russlands »bedrohlicher Rhetorik« müssten die USA und Europa jetzt »wirklich zusammenstehen«, sagte Nato-Generalsekretär Stoltenberg der britischen BBC. Die Nato wolle »keinen Krieg mit Russland, wir suchen die Konfrontation nicht«, sagte er. Es dürfe jedoch keinen Zweifel an »unserer Fähigkeit geben, unsere Verbündeten zu verteidigen und zu schützen«.

Dem Vertreter des Pentagon zufolge könnte Putin zu der Maßnahme gegriffen haben, da die ukrainischen Streitkräfte mithilfe westlicher Waffen den Vormarsch der russischen Truppen weiter behindern. Nach Informationen des US-Verteidigungsministeriums hätten die russischen Truppen die selbst gesteckten Ziele bislang nicht erreicht, was auch an logistischen Problemen liege. »Besonders akut ist dies bei ihrem Vorstoß auf Charkiw«, sagte der Beamte.

Abgesehen von einigen mutmaßlichen Erkundungseinheiten, die in Kiew eindrangen und sich dort Feuergefechte mit den Verteidigern lieferten, blieb die russische Hauptstreitmacht rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt stehen. »Sie haben nicht erreicht, was sie unserer Meinung nach am vierten Tag erreichen wollten. In vielen Fällen sind sie also hinter dem Zeitplan zurückgeblieben«, sagte der Beamte weiter.

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Jen Psaki: Der russische Präsident Wladimir Putin beschwöre angebliche Bedrohungen herauf, »um weitere Aggression zu rechtfertigen«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses
Jen Psaki: Der russische Präsident Wladimir Putin beschwöre angebliche Bedrohungen herauf, »um weitere Aggression zu rechtfertigen«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses Foto: Ken Cedeno/CNP / POOL / EPA

Die USA haben die Versetzung der russischen Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft scharf kritisiert. Der russische Präsident Wladimir Putin beschwöre angebliche Bedrohungen herauf, »um weitere Aggression zu rechtfertigen«, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Sonntag dem Sender ABC. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von einer »gefährlichen Rhetorik« Putins. Das Verhalten des russischen Präsidenten sei »verantwortungslos«, sagte Stoltenberg dem Sender CNN.ANZEIGEDie SPIEGEL Gruppe ist nicht für den Inhalt verantwortlich.javascript:void(0)https://imasdk.googleapis.com/js/core/bridge3.502.0_de.html#goog_88086494powered by ANZEIGEhttps://e29731bc30ae0b1a12075ab1e8a16fb9.safeframe.googlesyndication.com/safeframe/1-0-38/html/container.html

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums sagte, die USA hätten keinen Grund, an Putins Anordnung zu zweifeln. Es sei jedoch unklar, wie sie umgesetzt werde. Putins Schritt sei »unnötig, da Russland nie vom Westen oder von der Nato und ganz sicher nicht von der Ukraine bedroht wurde«, sagte der Pentagon-Vertreter. Putins Anordnung drohe zudem die Lage zu eskalieren, weil damit »Mächte in Gang gesetzt werden«, die die Lage im Falle einer Fehleinschätzung »sehr, sehr viel gefährlicher« machen könnten. Russland verfügt über die größte Atomstreitmacht der Welt.Mehr zum Thema

Zuvor hatte Putin die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und zur Begründung auf angebliche »aggressive Äußerungen« hochrangiger Vertreter von Nato-Staaten und »unfreundliche« Schritte des Westens gegen sein Land verwiesen. Es handele sich um ein Muster, das Putin im Zuge des Ukrainekonflikts bereits mehrfach an den Tag gelegt habe, sagte US-Präsidentensprecherin Psaki. Russland sei »zu keinem Zeitpunkt von der Nato oder der Ukraine bedroht worden.« Die USA würden sich gegen Drohungen Russlands behaupten: »Wir haben die Fähigkeiten, uns zu verteidigen.«SchlafsofasGroße Auswahl aus über 250 Online Shops – hier ist für jeden was dabeiMehr entdecken!The North Face Sale -70%*Funktionale Outdoormode von The North Face jetzt zum Top-Preis. Nur bei limango.deJetzt stöbernReisen ohne Rauchstress?Durchatmen wenn das Nichtraucherzeichen erscheint? Wie auch du das schaffen kannst!Jetzt informieren!AnzeigeAnzeigeAnzeige

Auch die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, verurteilte Putins Schritt. Der russische Präsident »eskaliert diesen Krieg auf eine Weise, die vollkommen inakzeptabel ist«, sagte sie dem Sender CBS.https://compass.pressekompass.net/compasses/spiegel/halten-sie-es-fr-mglich-dass-putin-von-n-nWv3G5Externer InhaltZur Datenschutzerklärung

Nato-Generalsekretär Stoltenberg verurteilt »bedrohliche Rhetorik«

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine und Russlands »bedrohlicher Rhetorik« müssten die USA und Europa jetzt »wirklich zusammenstehen«, sagte Nato-Generalsekretär Stoltenberg der britischen BBC. Die Nato wolle »keinen Krieg mit Russland, wir suchen die Konfrontation nicht«, sagte er. Es dürfe jedoch keinen Zweifel an »unserer Fähigkeit geben, unsere Verbündeten zu verteidigen und zu schützen«.

Dem Vertreter des Pentagon zufolge könnte Putin zu der Maßnahme gegriffen haben, da die ukrainischen Streitkräfte mithilfe westlicher Waffen den Vormarsch der russischen Truppen weiter behindern. Nach Informationen des US-Verteidigungsministeriums hätten die russischen Truppen die selbst gesteckten Ziele bislang nicht erreicht, was auch an logistischen Problemen liege. »Besonders akut ist dies bei ihrem Vorstoß auf Charkiw«, sagte der Beamte.https://datawrapper.dwcdn.net/bsCYk/

Abgesehen von einigen mutmaßlichen Erkundungseinheiten, die in Kiew eindrangen und sich dort Feuergefechte mit den Verteidigern lieferten, blieb die russische Hauptstreitmacht rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt stehen. »Sie haben nicht erreicht, was sie unserer Meinung nach am vierten Tag erreichen wollten. In vielen Fällen sind sie also hinter dem Zeitplan zurückgeblieben«, sagte der Beamte weiter.javascript:“

Er wisse jedoch nicht, ob es sich um »Fehler in der Planung« oder »Versagen in der Ausführung« handele. Dennoch bekräftigte der Beamte, dass sich das russische Militär anpassen werde und immer noch ein Drittel der 150.000 Mann starken Invasionstruppe an der Grenze warte. »Das ist eine Menge an Kampfkraft«, sagte der Beamte.

Der Beamte sagte, dass die russischen Streitkräfte anscheinend eine Belagerung von Städten planen, die sie nicht schnell erobern konnten, insbesondere von Tschernihiw nordöstlich von Kiew. Damit eine Belagerung erfolgreich sein kann, »wird im Grunde genommen die zivile Infrastruktur angegriffen und die Zivilbevölkerung geschädigt«, sagte der Beamte weiter. »Das ist beunruhigend.« Der US-Ministeriumsvertreter bezeichnete die mutmaßlichen Pläne als »die Anfänge eines schlechten taktischen Ansatzes der Russen.« 

asc/AFP

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