Hans-Thomas Tillschneider gilt als Scharfmacher der AfD im Magdeburger Landtag. Die Uni Bayreuth sieht aber keinen Anlass, ihm den Lehrauftrag zu entziehen.
Der umstrittene AfD-Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider aus Sachsen-Anhalt bleibt Privatdozent an der Universität Bayreuth. Es seien keine Tatsachen bekannt, die einen Widerruf der Lehrbefugnis rechtfertigten, antwortete Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. Der Bayerische Rundfunk und die Frankenpost hatten zuvor darüber berichtet.
Tillschneider hat an der Uni Bayreuth im Herbst 2019 habilitiert. Seither gibt er ein Blockseminar in Islamwissenschaften, das nach Angaben der Universität zwei Semesterwochenstunden pro Studienjahr umfasst und nicht vergütet wird. Als AfD-Abgeordneter fiel Tillschneider im Magdeburger Landtag mehrfach mit harschen Äußerungen auf, er gilt als Scharfmacher der Fraktion und als einer der führenden Köpfe des formal aufgelösten rechtsextremen Flügels der AfD. Wegen potenziell verfassungsfeindlicher Bestrebungen wird der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz beobachtet.
Dem Abgeordneten aus diesem Grund die Lehrbefugnis zu entziehen, ist dem Ministerium zufolge aber nicht möglich. Dafür müsse er sich strafbar machen. Nach Angaben der Universität gibt es keine Hinweise, dass Tillschneider in seinen Seminaren seine politische Meinung einfließen lasse.



