Krieg in der Ukraine

Ukraine meldet massiven Drohnen-Angriff auf Kiew

16.05.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, teilte auf seinem Telegram-Konto mit, dass die Luftabwehr der Stadt im Einsatz sei © Genya Savilov / AFP

Klitschko: Drohnen-Angriff auf Kiew mit drei Verletzten +++ Korruptionsskandal beim Obersten Gericht der Ukraine  +++ Selenskyj zurück in der Ukraine +++ Die Meldungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine im stern-Newsblog.

Die Meldungen des 447. Tages von Russlands Krieg gegen die Ukraine im stern-Newsblog:

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben sechs der von Russland als Wunderwaffe angepriesenen Hyperschallraketen vom Typ Kinschal (Russisch für Dolch) abgeschossen. Die Raketen seien von russischen Kampfflugzeugen des Typs MiG-31K abgefeuert und dann abgefangen worden, teilt der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj, mit. 

Insgesamt seien 18 Raketen unterschiedlicher Typen sowie 6 sogenannte Kamikaze-Drohnen vom iranischen Typ Shahed-136/131 bei dem Luftalarm vergangene Nacht von der Flugabwehr unschädlich gemacht worden.

Die Ukraine hatte Anfang Mai erstmals gemeldet, eine Kinschal-Rakete mit dem US-Flugabwehrsystem Patriot vom Himmel geholt zu haben. Russland bestritt das. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Abschuss. Die extrem schnell und hoch fliegenden und dennoch manövrierfähigen Raketen setzen russischen Streitkräfte im Krieg in der Ukraine ein – etwa zur Zerstörung von Treibstoff – und Waffenlagern. 

Die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat die Lieferung von deutschen Kampfjets an die Ukraine erneut abgelehnt. Sie sehe keinen Tornado und keinen Eurofighter über dem ukrainischen Luftraum, sagte die FDP-Politikerin im Deutschlandfunk. „Das hat schlicht was mit der Reichweite der Maschine zu tun, mit der Komplexität der Ausbildung“. 

Strack-Zimmermann hält die Lieferung von anderen Flugzeugtypen wie etwa sowjetischen MiGs oder F-16-Kampfjets aus US-Produktion für hilfreich.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pochte bei seiner Reise in vier europäische Länder auf die Lieferung von Kampfjets. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und auch der französische Präsident Emmanuel Macron reagierten jedoch zurückhaltend.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des VerteidigungsausschussesMichael Kappeler/dpa

Die wichtigste ukrainische Nachschubroute in die umkämpfte ostukrainische Stadt Bachmut ist nach Einschätzung britischer Militärexperten wieder besser gesichert. Das geht aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London hervor. Demnach haben die Vorstöße der ukrainischen Verteidiger an den Flanken im Norden und Süden in den vergangenen Tagen zu einer Stabilisierung geführt. 

Der Donez-Donbass-Kanal sei inzwischen zur natürlichen Trennlinie zwischen ukrainischen und russischen Truppen als Teile einer „tiefen defensiven Zone“ um die Ortschaft Tschassiw Jar geworden.

Im Zentrum Bachmuts, so die Briten, machen allerdings die Kämpfer der russischen Söldnertruppe Wagner weiter kleine Fortschritte, wo sie Stellungen der Ukrainer übernehmen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die USA haben überraschend Zahlen zu ihren taktischen Atomwaffen veröffentlicht und Russland zu einem ähnlichen Schritt aufgefordert. New Start ist der letzte verbliebene Atomwaffen-Kontrollvertrag zwischen Russland und den USA.

Moskau hatte das Abkommen im Februar als Reaktion auf die Unterstützung des Westens für die Ukraine im russischen Angriffskrieg ausgesetzt, kündigte dann aber an, die Verpflichtungen daraus bis dessen Auslaufen am 5. Februar 2026 einzuhalten.

Laut der Erklärung des US-Außenministeriums hatten die USA bis zum 1. März insgesamt 662 ballistische Interkontinentalraketen mit 1419 Atomsprengköpfen und 800 Trägerraketen stationiert. Darin sind Raketen an Bord von U-Booten und Bombern mitgerechnet. 

Mit der Offenlegung der Daten vollziehen die USA eine Kehrtwende. Als Reaktion auf Moskaus Rückzug aus dem Abkommen hatte Washington im März mitgeteilt, keine Informationen mehr im Rahmen von New Start bekannt zu geben.

Laut ukrainischen Angaben soll Russland bei dem Angriff auf Kiew neben Drohnen und Marschflugkörpern wahrscheinlich auch ballistische Raketen eingesetzt haben. Serhij Propko, Leiter der Militärverwaltung von Kiew schrieb auf Telegram, der Angriff sei ungewöhnlich in seiner Intensität gewesen.

Auf Twitter kursieren Bilder der Drohnenangriffe auf Kiew aus der vergangenen Nacht.

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