Ex-Pressesprecherin warnt vor Wiederwahl

»Trump ist auf Rache aus«

05.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Stephanie Grisham, Donald Trump Foto: SAUL LOEB / AFP

Stephanie Grisham hat ein Enthüllungsbuch über Donald Trump geschrieben – und in deutlichen Worten vor einer zweiten Amtszeit des Republikaners gewarnt. Dieser sei für den Posten ungeeignet.

Die frühere Pressesprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, fürchtet eine erneute Bewerbung Donald Trumps für das Amt des US-Präsidenten. »Ich habe Angst, dass er 2024 als Präsident kandidiert«, sagte Grisham in einem Interview im US-Fernsehen. »Ich glaube nicht, dass er für diese Aufgabe geeignet ist.«

Dem Sender ABC sagte Grisham: »Trump ist auf Rache aus. Und er wird drakonische Politik machen.« Dabei würde es ihm unter anderem um Personen gehen, die für ein Impeachment-Verfahren gegen ihn gestimmt hatten, so Grisham.

Falls Trump 2024 die Wahl gewinne, müsse er sich keine Sorgen um eine Wiederwahl mehr machen und sei damit noch freier in der Gestaltung seiner Politik, gab Grisham zu bedenken. In den USA kann eine Person nur zwei Amtszeiten lang Präsident sein, egal ob diese aufeinanderfolgen oder nicht.

Ihr Buch »I’ll Take Your Questions Now« (auf Deutsch etwa: Ich nehme jetzt Ihre Fragen entgegen) erscheint an diesem Dienstag in den USA. »Ich möchte die Öffentlichkeit auf jede erdenkliche Weise über die Verhaltensweisen im Weißen Haus aufklären, denn es sieht so aus, als würde er 2024 kandidieren«, sagte Grisham.

Grisham war von 2017 bis 2019 Pressesprecherin der damaligen Präsidentengattin Melania Trump, bevor sie rund neun Monate lang die Posten der Pressesprecherin und der Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses übernahm. Dabei sorgte besonders für Aufsehen, dass sie in dieser Zeit keine einzige Pressekonferenz leitete.

Ex-Sprecherin bereut Arbeit für Trump

Darauf spielt auch der Titel ihres Buches an. Ihre Erklärung, warum sie nie einen Pressetermin im Weißen Haus abhielt: »Ich wusste, dass der Präsident früher oder später von mir verlangen würde, dass ich der Öffentlichkeit etwas sage, das nicht wahr ist oder das mich wie eine Verrückte klingen lassen würde.«

Sie bereue es, für Trump gearbeitet zu haben, räumte Grisham ein. Er habe sie angewiesen, keine Pressekonferenzen im Weißen Haus zu geben. Es sei ihr Job gewesen, im Hintergrund zu arbeiten. Kritiker werfen ihr hingegen vor, ihr Gewissen erst wiederentdeckt zu haben, als sie einen Buchvertrag unterschrieben hatte.

Aus Grishams Buch waren zuletzt bereits Ausschnitte veröffentlicht worden. Sie schilderte darin brisante und teils kuriose Details aus dem Weißen Haus. Eine Anekdote beschreibt, wie der Präsident bei seinen zahlreichen Wutausbrüchen durch die Musik aus dem Musical »Cats« beruhigt wurdeDonald Trump und seine Ehefrau Melanie wiesen die Darstellungen zurück. 

jok/dpa

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