Ergebnis-Übersicht

Thüringen: AfD gewinnt vier Bundestags-Wahlkreise und wird stärkste Partei

27.09.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Auszählung von Stimmen der Bundestagswahl in einem Wahllokal in Erfurt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Bundestagswahl-Stimmen in Thüringen sind ausgezählt. Die AfD holt knapp vor der SPD die meisten Stimmen und gewinnt vier der acht Wahlkreise. Drei Wahlkreise gehen an die SPD – und nur noch einer an die CDU.

Die AfD ist bei der Bundestagswahl in Thüringen stärkste Kraft geworden. Nach Auszählung aller Wahlbezirke erreichte sie 24 Prozent der Zweitstimmen. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. An die SPD gingen 23,4 Prozent der Zweitstimmen, das sind rund zehn Prozentpunkte mehr als noch vor vier Jahren. Die CDU stürzt auf Platz 3 ab. Mit 16,9 Prozent der Zweitstimmen liegt sie fast zwölf Prozentpunkte hinter dem Wahlergebnis von 2017.

Die Linke, die in Thüringen eine Minderheitsregierung mit SPD und Grünen anführt, kommt auf 11,4 Prozent, minus 5,5 Prozentpunkte. Die FDP legt leicht zu und erreicht neun Prozent. Die Grünen steigern ihr Ergebnis um 2,5 Punkte und erreichen 6,6 Prozent. Sonstige Parteien kommen auf 8,7 Prozent.

SPD schiebt sich in einem Wahlkreis an AfD vorbei

Insgesamt vier der acht Thüringer Direktmandate für den Bundestag gingen diesmal an die AfD: Marcus Bühl gewann Gotha-IlmkreisStephan Brandner Gera – Greiz – Altenburger LandMichael Kaufmann Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Holzland – Saale-Orla und Klaus Stöber Eisenach-Wartburgkreis-Unstrut-Hainich-Kreis. In einem fünften Wahlkreis – Jena – Sömmerda – Weimarer Land I – lag der AfD-Bewerber Torben Braga lange vorn, am Ende zog der SPD-Konkurrent Holger Becker aber an ihm vorbei.

CDU-Kandidat Maaßen unterliegt Frank Ullrich (SPD)

Zwei weitere Wahlkreise gingen außerdem an die SPD: Den umkämpften Südthüringer Wahlkreis 196 holte der frühere Biathlet Frank Ullrich deutlich vor dem CDU-Bewerber, dem früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen. Erfurt-Weimar-Weimarer Land II geht an den gebürtigen Erfurter Carsten Schneider, der 2017 Antje Tillmann von der CDU unterlegen war. Tillmann wird jedoch voraussichtlich über die Landesliste den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen.

Grund holt einziges Direktmandat für CDU

Das einzige Direktmandat für die CDU holte diesmal Manfred Grund. Er gewann den Wahlkreis Eichsfeld – Nordhausen – Kyffhäuserkreis zum achten Mal. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die CDU in Thüringen alle acht Direktmandate gewonnen.

AfD-Landtagsabgeordneter wechselt nach Berlin

Damit wechselt ein AfD-Landtagsabgeordneter aus Thüringen in den Bundestag: Michael Kaufmann. Für ihn rückt ein AfD-Listenkandidat nach, der bei der Landtagswahl den Einzug ins Landesparlament verpasste. Wer das ist, ist noch offen, zumal der Kandidat das Mandat auch ausschlagen kann.

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