Schutz bei zu hohen Temperaturen

SPD in Schleswig-Holstein will öffentliches Leben bei Hitze einschränken

06.07.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Strand von Travemünde: Die SPD in Schleswig-Holstein will das Land besser auf Hitzeperioden vorbereiten Foto: Georg Wendt / dpa

Kostenlose Sonnencreme-Spender, Verbote von Veranstaltungen: Die SPD in Schleswig-Holstein fordert einen Hitzeplan. Denn immer höhere Temperaturen sind ein Gesundheitsrisiko.

Durch den Klimawandel mehren sich die heißen Tage in Deutschland. Die SPD in Schleswig-Holstein will das Bundesland künftig besser auf Hitzeperioden vorbereiten.

In einem Antrag  für die Sitzung in der kommenden Woche fordern die Sozialdemokraten einen Hitzeplan fürs Land. Außerdem drängt die Fraktion auf kostenlose Sonnencreme-Spender in Parks und Schulen, an Stränden und Spielplätzen sowie auf Festivals und Festen.

»Bei Temperaturen ab 35 Grad soll das öffentliche Leben eingeschränkt werden, sodass große Veranstaltungen und Sportturniere nicht stattfinden«, schreibt die Sozialpolitikerin Birte Pauls in ihrem Antrag. Zuvor hatte das »Flensburger Tageblatt«  auf seiner Internetseite darüber berichtet.

Neben einer zentralen Koordinierungsstelle für Schleswig-Holstein fordert die SPD außerdem Maßnahmepläne zur Vorbereitung auf Hitzeereignisse unter anderem für Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Rettungsdienste. Für Seniorinnen und Senioren oder Obdachlose regte sie besondere Hilfsangebote an.

Auswirkungen auf Infrastruktur prüfen

Kommunen sollen in die Lage versetzt werden, ihren öffentlichen Raum hitzeadäquat zu gestalten, indem Schattenplätze geplant, Flächen und Dächer begrünt, Trinkwasserspender aufgestellt sowie kühle Räumlichkeiten stärker geplant und genutzt werden. Zudem soll das Land hitzebedingte Auswirkungen auf die Infrastruktur prüfen, damit es nicht zu Ausfällen in der Versorgung komme.

»Hitze wird zu einem immer größeren Gesundheitsrisiko, das wir sehr ernst nehmen müssen«, warnte Pauls. Auch die Menschen im Norden erlebten gerade lang anhaltende sommerliche Temperaturen. 2022 sei der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland gewesen. »Dies bedeutet vor allem für ältere Menschen, aber auch für Schwangere, Neugeborene und Kleinkinder sowie für Menschen, die draußen arbeiten, besondere Risiken.«

Zuletzt hatte auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einen Hitzeschutzplan für Deutschland angekündigt. Gemeinsam mit Experten arbeitet er derzeit an einem Maßnahmenkatalog. Umgesetzt werden soll dieser noch in diesem Sommer. 

asc/dpa

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