AfD-Parteitag

„Sogar Friedrich Merz will inzwischen lieber Parteichef der AfD sein“

28.07.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Tino Chrupalla (Bundessprecher) bei seiner Eröffnungsrede des AfD-Parteitags in Magdeburg. Bild: Jens Gyarmaty

Tino Chrupalla eröffnet den Bundesparteitag der AfD in Magdeburg – mit Spott für die CDU und dem Aufruf, nun in Brüssel Tempo zu machen. Die AfD solle „Programmpartei“ werden.

Der Bundessprecher der AfD, Tino Chrupalla, hat seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. „Wir wollen Programmarbeit leisten“, sagte Chrupalla zur Eröffnung des Bundesparteitags der AfD in Magdeburg. „Wir sind Protest- und Programmpartei.“ Es gehe darum, zu zeigen, wofür man stehe. Mit Blick auf das zehnjährige Bestehen der AfD, das die Partei dieses Jahr feierte, postulierte Chrupalla: „Wir sind erwachsen geworden.“ In den vergangenen Monaten habe die Partei Einigkeit und Harmonie gezeigt. So solle sie weitermachen, es zeige, „wie wir auch in Zukunft gestalten wollen“.

Chrupallas Hoffnung dürfte von seiner Partei im Verlauf des Wochenendes nur teilweise erfüllt werden. Am Samstag beginnt die Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg, und viele Delegierte erwarten Streit um die Frage, wer welchen Platz auf der Liste bekommt. Neben Begehrlichkeiten der jeweiligen Landesverbände spielen auch persönliche Abneigungen und Konflikte zwischen EU-Skeptikern und EU-Feinden eine Rolle.

Chrupalla betonte in seiner Rede am Freitagmorgen, die AfD habe „in Europa wertvolle Zeit verloren“. Die Politik der Delegation der AfD sei „zu lange der Meuthen-Ära verhaftet“ geblieben. Der frühere Bundessprecher Jörg Meuthen war vor eineinhalb Jahren aus der AfD ausgetreten. Mit Blick auf die Russlandpolitik von Deutschland und der EU sagte Chrupalla: „Wir wollen Brücken erhalten, Brücken aufbauen, dafür kämpfen wir, auch im EU-Parlament.“

Mehr Nähe zu Russland

Mehrfach wies Chrupalla darauf hin, dass die Bindung an „den Westen“ nicht alternativlos sei und die AfD sich stark dafür machen wolle, Russland stärker einzubinden. Dafür sei es nötig, die Arbeit, die die Partei in Deutschland leiste, aus Brüssel zu flankieren. „Europapolitik ist von enormer Bedeutung“, mahnte Chrupalla. Man wolle auch eine „Alternative für Europa“ werden.

Chrupalla nahm auch Bezug auf die Debatte der vergangenen Tage über die Brandmauer zwischen CDU und AfD. „Sogar Friedrich Merz will inzwischen lieber Parteichef der AfD sein“, spottete er über den Vorsitzenden der CDU. Dieser habe schließlich davon gesprochen, dass die CDU eine „Alternative für Deutschland mit Substanz“ sei. Dies kommentierte Chrupalla in der Magdeburger Messehalle mit dem Ruf „Wir sind das Original, liebe Freunde, und niemand anders!“ Dafür erntete er besonders lauten Applaus.

Chrupalla attestierte Merz, dieser habe richtig erkannt, dass es falsch gewesen sei, eine Brandmauer zu errichten, „Wer Brandmauern baut, lieber Herr Merz, bleibt ein Gefangener grüner Ideologie“, so Chrupalla. Er rufe allen Patrioten in der CDU zu: „Reißt diese schwarz-grüne Mauer nieder!“

Quelle: FAZ.NET

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1 × drei =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien