- Bund und Länder beraten am Nachmittag über neue Corona-Maßnahmen.
- Bayerns Ministerpräsident Söder verlangt ein rasches Signal für eine Impfpflicht. Die Bundesliga wird sich vermutlich auf Geisterspiele einstellen müssen.
- Das Robert-Koch-Institut stuft wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante die Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung als „sehr hoch“ ein.
- Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 306,4.
Vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag verlangt Bayerns Regierungschef Markus Söder von der Bundesregierung ein rasches Signal für eine Impfpflicht. Im ARD-„Morgenmagazin“ sagte der CSU-Politiker außerdem, wenn der Expertenrat von einer dramatischen Lage spreche, zugleich aber vor allem nur über neue Kontaktbeschränkungen gesprochen werde, passe dies nicht zusammen. „Es macht jetzt keinen Sinn, bei fallenden Zahlen jetzt die Panik auszurufen“, sagte Söder. Dennoch müssten Bund und Länder Klarheit schaffen, was wirklich nötig sei, einer neuen Corona-Welle durch die Omikron-Variante zu begegnen.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Länderchefs beraten am Nachmittag über neuerliche Maßnahmenverschärfungen – etwa über Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte, Einschränkungen bei Veranstaltungen oder Club-Schließungen. „Wenn Omikron tatsächlich weniger schwere Verläufe hat, dann muss sich das auch in den Maßnahmen ein Stück weit wiederfinden“, sagte Söder.
„Wir müssen zunächst erst mal eine genaue Einschätzung bekommen, wie gefährlich Omikron genau ist, wie es sich auswirkt auf die Krankenhäuser“, sagte er. In einem Papier des Corona-Expertenrats der Bundesregierung vom Sonntag heißt es dazu: „Aufgrund des gleichzeitigen, extremen Patientenaufkommens ist eine erhebliche Überlastung der Krankenhäuser zu erwarten – selbst für den wenig wahrscheinlichen Fall einer deutlich abgeschwächten Krankheitsschwere im Vergleich zur Delta-Variante.“
Schon vor den Beratungen wurde bekannt, dass private Zusammenkünfte von Geimpften und Genesenen künftig nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt sein sollen. Aus einem Entwurf für eine Beschlussvorlage vom Montagnachmittag geht hervor, dass diese Obergrenze für private Treffen in Räumlichkeiten genauso gelten wie im Außenbereich. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren sind ausgenommen. Die Kontaktbeschränkungen, die auch Geimpfte und Genesene erfassen, sollen „spätestens“ vom 28. Dezember an in Kraft treten.
Zudem werden Spiele der Fußball-Bundesliga und andere Großveranstaltungen wohl spätestens vom 28. Dezember an ohne Zuschauer stattfinden. Betroffen davon wäre zum Beispiel die Vierschanzentournee. Die Rückrunde der Bundesliga beginnt am 7. Januar. (21.12.2021)



