Die ähnlichen Passagen stammen aus einem Gastbeitrag des Grünen in der „Frankfurter Rundschau“
Die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock (40) schrieb offenbar auch bei Grünen-Parteifreund Jürgen Trittin (66) ab.
Noch an dem Abend, an dem die Grünen-Spitzenkandidatin im „Brigitte-Talk“ in Berlin Stellung zu den Vorwürfen nahm, ihr Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ sei passagenweise kopiert, präsentierte der österreichische Medienwissenschaftler Dr. Stefan Weber (51) neue Fundstellen.
► Baerbock nutzte offenbar Abschnitte eines einzigen Gastbeitrages von Trittin aus dem April in der „Frankfurter Rundschau“. Dort ging es um Europas Schwächen in der IT-Sicherheit.


Wissenschaftler Weber präsentiert eine Reihe von Funden aus Trittins Gastbeitrag, die Baerbock mehr oder weniger wörtlich übernahm.
► Auffällig ist etwa eine Passage zur Pipeline „Nord Stream 2“. Baerbock schreibt von der „Leitung durch die Ostsee“, während bei Trittin vom „Rohr in der Ostsee“ die Rede ist. Ansonsten ist der Abschnitt äußerst ähnlich.


Weber präsentiert weitere Stellen, an denen sich zumindest ähnliche Gedanken finden.


► Zum Thema Datensicherheit findet sich bei Baerbock eine Passage mit Gendersternchen, die sich bei Trittin ähnlich liest.


Plagiatsjäger Weber schrieb am Donnerstagabend bei Twitter: „So eine Dreistheit und Dummheit habe ich in 14 Jahren Tätigkeit noch nie gesehen!“
Beim „Brigitte-Talk“ hatte Baerbock am Donnerstag im Hinblick auf die Plagiatsvorwürfe gesagt, sie nehme „die öffentlichen Quellen, die es eben auch gibt“. Es seien „viele Ideen von anderen“ mit eingeflossen.
Trittin nennt Baerbock-Buch „eine Werbeschrift“
Bemerkenswert: Trittin versuchte im „Deutschlandfunk“ unterdessen, die Behauptung einer gesteuerten Kampagne eines rechten Lagers aus Medien und Politik weiterzuspinnen.


Er sagte, es sei klar, wenn „sich dieser Wahlkampf zuspitzt auf die Frage Schwarz oder Grün, mobilisiert das strukturkonservative Lager in dieser Gesellschaft alles, was es hat“. Baerbocks Buch tat Trittin als „eine Werbeschrift“ ab. Es mache „keinen Sinn, sich darüber lange aufzuhalten“.


