Gewalt, Drogen, Kinder-Pornos, Diebstähle

SO kriminell geht es an unseren Schulen zu

08.05.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Diese Tat schockte Deutschland: In Ibbenbüren erstach ein Schüler (17) seine Lehrerin (55). Der Fall aus dem Januar 2023 taucht in der jetzt vorgestellten Bilanz für 2022 aber nicht auf Foto: Friso Gentsch/dpa

Düsseldorf – Die Gewalt in den Schulen und auf den Pausenhöfen von Nordrhein-Westfalen hat ein erschreckendes Ausmaß angenommen: Allein im Jahr 2022 gab es 24 513 Straftaten an der „Tatörtlichkeit Schule“. Darunter eine alarmierend hohe Zahl an Sexualstraftaten!

NRW-Innenminister Herbert Reul (70, CDU) legte die Zahlen am Montag in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion vor. Die Daten stammen aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS), ausgewertet wurden darin Schulen, die einen Schulbetrieb für die Klassen 1 bis 13 durchführen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (70, CDU) legte eine Liste der Straftaten an Schulen vor
NRW-Innenminister Herbert Reul (70, CDU) legte eine Liste der Straftaten an Schulen vor
Foto: Christoph Reichwein/dpa

Aber: Es werden bei dieser Definition auch Straftaten erfasst, die zwar auf dem Schulgelände stattfinden, aber nichts mit dem Schulbetrieb zu tun haben.

Die unfassbaren Details:

Innerhalb eines Jahres gab es an NRW-Schulen 729 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, darunter 64 Fälle von als „Vergewaltigung“ eingestuften Delikten. Es kam auch zu 58 „sexuellen Übergriffen und sexuellen Nötigungen“, zu 270 sexuellen Belästigungen, zu 167 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern. 17 Mal wurden Schüler als Schutzbefohlene von Erwachsenen sexuell missbraucht.

Exhibitionismus wurde in zwölf Fällen aktenkundig, die Verbreitung von Pornos wurde 167 Mal registriert. In zwei Fällen ging es um Tier- und Gewaltpornografie.

Hinzu kommen über 200 Fälle, in denen es um Herstellung und Verbreitung von kinder- oder jugendpornografischen Inhalten geht. Dabei handelt es sich aber häufig um Video-Clips oder Fotos von sexuellen Handlungen unter Teenager-Pärchen, die „getauscht“ oder aus Prahlerei herumgeschickt werden.

Weitere erschreckende Zahlen: Körperverletzung (5271 Fälle), Nötigung (999), Stalking (120), Beleidigung (1047), sonstiger schwerer Diebstahl (1337), Fahrraddiebstahl (2956), Diebstahl aus Dienst- oder Büroräumen (1020), Urkundenfälschung (169), Erpressung (72, davon in fünf Fällen Schutzgelderpressung), Sachbeschädigung (4694).

Gegen das Waffengesetz wurde in 153 Fällen verstoßen, Rauschgift- und BTM-Verstöße wurden 1136 Mal angezeigt, dabei ging es u.a. um Kokain und Crack (22), Ecstasy (80), vor allem aber um Cannabis-Missbrauch (944). Der Missbrauch von Notrufen wurde in 202 Fällen gemeldet, Brandstiftung 124 Mal.

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