Wie viel Kernkraft wir wirklich importieren

So falsch lag Luisa Neubauer mit ihrer Strom-Lüge

27.09.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Luisa Neubauer von FFF am Brandenburger Tor Foto: Odd ANDERSEN / AFP

Das Thema Strom-Import erhitzt weiter die Gemüter!

Nachdem Deutschland im April aus der Kernkraft ausgestiegen ist, stieg der Strom-Import massiv an. Deutschland importiert so viel Strom aus dem Ausland wie nie. 6505 Gigawattstunden waren es im August laut Bundesnetzagentur – Rekord!

Nun liegen BILD exklusive Zahlen der Bundesnetzagentur vor, die belegen, wie viel Kernkraft weiterhin (bis Ende August) im deutschen Strom steckt.

46 Prozent des Import-Volumens stammen trotz der sonnenreichen Monate aus konventionellen Energien: Fast 18 Prozent des Import-Stroms stammen aus Kernkraft und 28 Prozent aus Kohle, Gas etc.

Das war dran an den Neubauer-Aussagen:

▶︎ „Wir sind Netto-Exporteur.“

Falsch! Neubauer war sich sicher, dass Deutschlands Strom-Export derzeit größer als der Import ist, und warf Blume bei dieser Aussage sogar vor, „Fake News“ zu verbreiten – aber sie schuf selbst falsche Aussagen.

Denn: Deutschland hat 2023 über 11 500 Gigawattstunden mehr importiert als exportiert. Seit April ist der sogenannte Exportsaldo negativ. Der August dieses Jahres war der importstärkste Monat aller Zeiten.

Das hat seinen Preis: Fast zwei Milliarden Euro gaben deutsche Unternehmen mehr aus, als sie beim grenzüberschreitenden Handel einnahmen.

► „Wir importieren keinen französischen Atomstrom“

Falsch! Den stärksten Anstieg beim Import verzeichnete der Strom aus Frankreich. Von dort wurden 4,4 Milliarden Kilowattstunden Strom importiert (+147,8 Prozent). Dort hat die Kernkraft einen Anteil an der Stromerzeugung von 69 Prozent.

▶︎ Top-Ökonomin Wirtschaftsweise Veronika Grimm (51) sagte zu BILD: „Natürlich hat die Abschaltung der Kernkraft die Notwendigkeit von Stromimporten erhöht. Unsere Studie hat letztes Jahr ergeben, dass die Abschaltung eine Preissteigerung von acht bis zwölf Prozent zur Folge haben dürfte und dass sich auch der Preis in den Nachbarländern erhöht.“

Diese unnötige Verknappung des Angebots sei „ärgerlich für die Stimmung in Europa“.

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