Bundeskanzler

Scholz holt sich immer noch regelmäßig Rat von Merkel

12.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Angela Merkel und Olaf Scholz 2021 im Bundestag Quelle: picture alliance / Flashpic

„Wir kennen uns lange und haben immer gut zusammengearbeitet“: Olaf Scholz berät sich bis heute mit seiner Amtsvorgängerin Angela Merkel. Die Stimmung in der Ampel-Koalition beschreibt er als gut. Am Samstag bricht er zu seiner bislang längsten Reise als Kanzler auf.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) holt sich noch immer regelmäßig Rat von seiner Amtsvorgängerin Angela Merkel (CDU). „Wir kennen uns erstens lange und haben auch immer gut zusammengearbeitet, obwohl wir in unterschiedlichen Parteien sind“, sagte Scholz am Freitagabend bei einer Veranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in Leipzig. „Und das geschieht auch weiter so.“

Er berate sich aber auch mit vielen anderen Menschen – „weit über die Regierungsparteien hinaus“, betonte Scholz. Sein Befinden knapp ein Jahr nach dem Amtsantritt sei überschattet vom Ukraine-Krieg und den Folgen für Deutschland, räumte der SPD-Politiker ein. „Natürlich ist mein Gemütszustand sehr geprägt von diesem furchtbaren Krieg, der in Europa stattfindet. Denn das ist ja das, was uns umtreiben muss: Der Imperialismus ist wieder zurück in Europa.“

Zur Stimmung innerhalb der Ampel-Koalition sagte Scholz: „Wir hatten gerade einen Koalitionsausschuss, wo wir gar keine Themen hatten, sondern einfach nur mal nett miteinander geredet haben, und das war echt ein netter Abend.“

Ein schwieriges Verhältnis zu Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dementierte Scholz. „Ich habe ein sehr gutes Verhältnis mit Macron“, sagte er. Man müsse „unter Erwachsenen“ nicht immer sofort einer Meinung sein, sondern müsse diese manchmal erst einmal herstellen, fügte er hinzu. Seit Wochen und vor allem im Umfeld der Verschiebung der deutsch-französischen Regierungskonsultationen gab es Berichte über wachsende Spannungen zwischen beiden Regierungen.

Scholz bricht zu seiner längsten Kanzler-Reise auf

Am Samstagabend bricht Scholz zur bisher längsten Dienstreise seiner Amtszeit auf. In vier Tagen will er zunächst die südostasiatischen Länder Vietnam und Singapur besuchen, um schließlich auf der indonesischen Insel Bali am G20-Gipfel der wichtigsten Wirtschaftsmächte teilzunehmen. Dort wird er unter anderen mit US-Präsident Joe Biden und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping über den Ukraine-Krieg, den Klimawandel und die Ernährungskrise beraten. Der russische Präsident Wladimir Putin hat seine Teilnahme abgesagt und schickt Außenminister Sergej Lawrow als Vertreter.

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