Sie blockieren Straßen, kleben sich an Kunstwerke, stören Fußballspiele und Konzerte – die Klima-Protestler der „Letzten Generation“ gehen den Bürgern gehörig auf die Nerven.
Die Quittung gibt es jetzt für alle Klima-Gruppen: Die Unterstützung der Gesellschaft für den Klima-Protest bricht ein. Das zeigt eine Umfrage der Nichtregierungs-Organisation „More in Common“.
► Die Zustimmung für die Klima-Bewegung halbierte sich. 2021 unterstützen noch 68 Prozent der Befragten grundsätzlich die Bewegung, 2023 sind es nur noch 34 Prozent.
► 60 Prozent waren 2021 der Meinung, dass die Klimabewegung das „Wohl der gesamten Gesellschaft“ im Blick habe. 2023 sind nur noch ein Viertel der Befragten dieser Überzeugung. Das liegt auch an den extremen Protestaktionen der Klima-Kleber. Denn: 85 Prozent der Befragten geht der Protest der Klima-Protestler zu weit. Vor zwei Jahren war es nur rund die Hälfte.
► Heißt: Auf die Straße kleben, Kartoffelbrei auf Monet-Gemälde schmieren – das kommt bei den meisten Menschen gar nicht gut an. Dazu kommt: Viele der Aktionen sind strafbar, das Bundesinnenministerium ordnet den Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ 580 Straftaten zu! Dabei gehe es vor allem um Nötigungen und Sachbeschädigungen.
Foto: Annette Riedl/dpa
Experte: Klima-Kleber „erzeugen Gegenstimmung“
Marcel Schütz, Professor für Organisation an der Uni Oldenburg, erklärt bei BILD: „Die Klimakämpfer müssen den Stresspegel hochhalten, um nicht nebensächlich zu werden. Genau damit aber verlieren sie Sympathie und erzeugen Gegenstimmung.“
Doch die Kleber machen weiter: „Um ihre Präsenz zu sichern, muss die Letzte Generation ihre Aktionen noch verschärfen oder ausweiten und noch mehr stören.“ Das aber habe Folgen: „Wie jeder Protest hat auch die Letzte Generation das Problem, dass die Effekte sich abnutzen und Abwehr erzeugen.“
Der Protest beginne auch jene zu nerven, die sich anfangs dafür interessierten oder sehr geduldig waren. Massive Aktionen würden zwar die eigenen Anhänger solidarisieren, „in der breiten Öffentlichkeit aber Ablehnung und Abneigung verstärken – weil man sich damit nicht so absolut identifizieren kann“, so Schütz.
Bayern-FDP-Chef Martin Hagen (42) ist von den schwindenden Zustimmungswerten der Klima-Protestler nicht überrascht. Zu BILD: „Wer Menschen durch illegale Blockade-Aktionen Lebenszeit stiehlt, weckt keine Sympathie für sein Anliegen. Die Letzte Generation reißt mit dem Hintern ein, was die Schüler von Fridays für Future aufgebaut haben“, so Hagen.


