Mitten in der Energiekrise

Sattes Gehaltsplus für EU-Beamte

10.10.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Das Europäische Parlament in Brüssel Foto: Anadolu Agency/Getty Images

Um die Gehaltserhöhungen der fast 50 000 EU-Beamten bahnt sich ein massiver Zoff an.

Laut vorläufigen Berechnungen der EU-Kommission sollen die Eurokraten-Bezüge um 6,9 Prozent steigen. Die EU-Staaten laufen dagegen Sturm, verlangen eine Nullrunde!

Das fette Gehaltsplus ist eine Folge des automatischen Anpassungsverfahrens in der EU. Dabei hat die Inflationsrate in Brüssel und Luxemburg den größten Einfluss.

Da die Preise dort wegen der Energiekrise drastisch gestiegen sind, würden auch die Eurokraten-Gehälter massiv zulegen. Ein internes Papier des Haushaltsdirektors der EU-Kommission für den Haushaltsausschuss des EU-Parlaments hat die Auswirkungen jetzt beziffert.

Demnach müssten die Gehälter nach derzeitigem Stand um 6,9 Prozent erhöht werden. Die endgültigen Zahlen legt das EU-Statistikamt Eurostat Ende Oktober vor.

Das Grundgehalt eines EU-Beamten würde dadurch je nach Besoldungsgruppe um 210 bis 1460 Euro im Monat steigen – und zwar rückwirkend zum 1. Juli!

► Auch die politischen EU-Spitzen würden davon profitieren: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (64) würde 2015 Euro mehr Grundgehalt bekommen, ein EU-Kommissar 1643 Euro mehr. Die Diäten der EU-Abgeordneten würden um 632 Euro auf 9800 Euro steigen.

Bald mehr Gehalt? EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
Bald mehr Gehalt? EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
Foto: Frederick Florin/AFP

Hinter den Kulissen in Brüssel gibt es wegen der sich anbahnenden drastischen Gehaltserhöhungen heftigen Streit. Die EU-Staaten warnen vor einer „unhaltbaren Belastung“ und einem „erheblichen zusätzlichen Finanzierungsbedarf“.

Deshalb verlangen sie eine „einmalige Aussetzung“ der automatischen Gehaltserhöhung für die EU-Beamten. Außerdem sollten die „Höhe und Dauer“ der üppigen Zulagen für die Eurokraten und das besonders günstige Steuersystem für die Beschäftigten der EU-Behörden überprüft werden.

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