Wegen ihres Buches „Die Selbstgerechten“ wollten einige Linke die frühere Fraktionsvorsitzende aus der Partei ausschließen. Die Schiedskommission lehnte die Anträge ab.
Die Linken-Ppolitikerin und nordrhein-westfälische Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl, Sahra Wagenknecht, wird nicht aus ihrer Partei ausgeschlossen. Die Landesschiedskommission habe die beiden vorliegenden Anträge auf Parteiausschluss einstimmig abgelehnt, teilten die nordrhein-westfälischen Linken mit. Zuvor hatte der Spiegel berichtet.
„Wir sind froh, dass es eine Entscheidung in diesem wirklich unnötigen Verfahren gibt“, erklärten die Landessprecher Christian Leye und Nina Eumann. „Weder bei unseren Mitgliedern noch bei unseren Wählerinnen und Wählern ist dieses Verfahren auf Verständnis gestoßen.“ Die Entscheidung werde Wagenknecht im verbleibenden Wahlkampf Rückenwind geben.
Wagenknecht ist Mitglied des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und tritt dort als Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl an. In ihrem Buch Die Selbstgerechten wirft sie linken Parteien vor, soziale Fragen aus den Augen verloren zu haben. Mit Gender-, Klima- oder Biolebensmitteldebatten hätten sie traditionelle Wähler mit geringen Einkommen verprellt. Sie spricht von „Lifestyle-Linken“.
Für diese Thesen haben sie viele Parteimitglieder kritisiert, auch ihre Wahl zur NRW-Spitzenkandidatin Mitte April wurde von dieser Kritik überschattet. Sie musste sich einer Abstimmung um Platz eins gegen zwei Gegenkandidatinnen stellen. Am Ende erhielt sie 61 Prozent. Die Spitzen der Bundespartei und -fraktion hatten die Ausschlussanträge kritisiert und sich hinter Wagenknecht gestellt.



