"Planung, Lieferung, Ausführung"

Russland gibt britischer Marine Mitschuld an Nord-Stream-Explosionen

31.10.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Moskau beschuldigt einmal mehr London, an den Anschlägen auf die Pipelines in der Ostsee beteiligt zu sein. (Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Moskau erneuert seine Vorwürfe gegen London, an den mutmaßlichen Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee maßgeblich beteiligt gewesen zu sein. Marineeinheiten hätten an allen wichtigen Schritten mitgewirkt.

Russland wirft Großbritannien eine Beteiligung an den Explosionen an den deutsch-russischen Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 vor. Mitglieder einer „Einheit der britischen Marine“ hätten Ende September an der „Planung, Belieferung und Ausführung“ des „Terrorangriffs“ mitgewirkt, erklärte das russische Verteidigungsministerium bei Telegram. Die insgesamt vier Explosionen vor der dänischen Insel Bornholm hatten mehrere Lecks in die Nord-Stream-Pipelines gerissen. Diese Einheiten seien auch verantwortlich für die heutigen Angriffe auf die Schwarzmeer-Flotte.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte bereits wenige Tage nach den Explosionen an der Pipeline „die Angelsachsen“ für die Vorfälle verantwortlich gemacht. Die „Angelsachsen“ hätten durch die „Organisation von Explosionen an den internationalen Gas-Pipelines (…) damit begonnen, die europäische Energieinfrastruktur zu zerstören“. Die USA übten Druck auf die europäischen Länder aus, um die Versorgung mit russischem Gas vollständig zu unterbrechen, sagte der Kreml-Chef damals weiter. Damit wollten die Vereinigten Staaten den europäischen Markt selbst „erobern“.

US-Außenminister Antony Blinken hatte Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. „Ich habe wirklich nichts über die absurde Behauptung von Präsident Putin zu sagen, dass wir oder andere Partner oder Verbündete irgendwie dafür verantwortlich sind“, hatte er gesagt.

Schweden will Pipelines erneut untersuchen – Moskau auch

Russland hatte sich in der Folge wiederholt darüber beschwert, dass es nicht in die internationale Untersuchung zu den mutmaßlich durch Sabotageakte verursachten Lecks einbezogen worden sei. Die schwedische Justiz hatte am Vortag angekündigt, die Pipelines erneut inspizieren zu wollen. Eine ähnliche Ankündigung hatte auch die Firma Nord Stream gemacht und zu diesem Zweck ein ziviles Schiff unter russischer Flagge entsandt.

Den am 26. September entdeckten Lecks waren Explosionen vorausgegangen. Erste Unterwasser-Untersuchungen erhärteten den Verdacht auf Sabotageakte. Seit Beginn des Ukraine-Konflikts stehen die beiden Pipelines zwischen Russland und Deutschland im Mittelpunkt geopolitischer Spannungen.

Weiter angeheizt wurden diese durch die Entscheidung Moskaus, die Gaslieferungen nach Europa durch die Pipelines einzustellen. Der Lieferstopp gilt als mutmaßliche Vergeltung für westliche Sanktionen. Die Nord-Stream-Pipelines waren zum Zeitpunkt ihrer Beschädigung außer Betrieb, jedoch mit Gas gefüllt.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 29. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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