Nigeria schenkt Hamburger "Benin-Bronzen" einfach dem König

Raubkunst-Raffke schnappt sich Millionen-Skulpturen

09.05.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Ewuare II (69), der sogenannte „Oba“– Oberhaupt der Königsfamilie Foto: AFP/Getty Images

Hamburg – Riesen-Wirbel um millionenschwere, historische Skulpturen aus Afrika: Ein Monarch steht unter Raffke-Verdacht.

Im September verkündete Kultursenator Carsten Brosda (48, SPD) stolz die Rückgabe der sogenannten „Benin Bronzen“. Wert der 179 Kunstwerke: 58 Mio. Euro!

Doch jetzt kommt raus: Der nigerianische Staat, an den die Objekte zurückgegeben werden, hat die Bronzen einfach weiter verschenkt – an Ewuare II (69), das Oberhaupt der Königsfamilie!

Kultursenator Carsden Brosda (48, SPD) mitAbba Isa Tijani (Mitte), Generaldirektor derMuseums-Behörde Nigerias und BotschafterYusuf Matama Tuggur, bei der symbolischen Übergabe
Kultursenator Carsden Brosda (48, SPD) mitAbba Isa Tijani (Mitte), Generaldirektor der Museums-Behörde Nigerias und Botschafter Yusuf Matama Tuggur, bei der symbolischen Übergabe
Foto: Markus Scholz/dpa

Laut FAZ hat Staatspräsident Muhammadu Buhari (80) die Artefakte an den sogenannten „Oba“ übertragen. Dabei war ein Museum geplant, das auch von Deutschland gefördert werden sollte. Doch mit Pech nun lagert der „Oba“ die Werke nun wohl in seiner privaten Schatzkammer!

Mit großem Tamtam hatte u. a. Außenministerin Annalena Baerbock (42) die Rückgabe eingeleitet. In Deutschland befanden sich rund tausend Werke der afrikanischen Kunst.

Zuletzt waren die Bronzen im Museum am Rothenbaum ausgestellt
Zuletzt waren die Bronzen im Museum am Rothenbaum ausgestellt
Foto: dpa

Die Objekte stammen ursprünglich aus dem ehemaligen Königreich Benin im Südwesten Nigerias. Während der kolonialen Invasion der Briten wurden sie geraubt. Über Seefahrer und Kaufleute gelangten Exemplare nach Hamburg.

Eines der Objekte aus dem Fundes des Hamburger Museums
Eines der Objekte aus dem Fundus des Hamburger Museums
Foto: Photo: Paul Schimweg/MARKK Museu

Für die Kulturbehörde ändert sich nichts: „Klar ist, dass die Benin-Bronzen zu keiner Zeit uns rechtmäßig gehört haben. Es steht daher außer Frage, dass sie nach Nigeria gehören und dort auch zu klären ist, was mit ihnen geschieht.“

Und weiter: „Die Diskussionen darüber, was in Nigeria weiter mit den Bronzen geschieht, waren und sind uns bekannt. Die aktuelle Debatte fällt in die Zeit eines Regierungswechsels und die Teilnehmer der Benin Dialogue Gruppe sind miteinander im Austausch, was dies für die zurückzugebenden Bronzen konkret bedeutet.“

Zuletzt waren die Bronzen im Museum am Rothenbaum ausgestellt
Foto: Museum am Rothenbaum

Heißt im Klartext: Obwohl erst drei der 179 Hamburger Bronzen zurückgegeben wurden, werden die anderen folgen. Was damit geschieht, entscheidet dann der „Oba“ …

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