Putin-Verbündeter Medwedew schäumt nach Macrons Nato-Aussage

28.02.2024
Lesedauer: 3 Minuten
Russlands Ex-Präsident Dimitri Medwedew während der russischen Sicherheitskonferenz Anfang Februar. © Mikhail Metzel/imago

Nach der öffentlichen Erwägung Macrons, Bodentruppen in die Ukraine zu schicken, reagiert Russlands Ex-Präsident mit derben Beschimpfungen.

Paris/Moskau – Der ehemalige russische Präsident Dimitri Medwedew ist bekannt dafür, seine politischen Gegner öffentlich zu verspotten. Eine Steilvorlage für einen neuen Seitenhieb lieferte ihm nun offenbar der französische Präsident Emmanuel Macron. Auf einer Pressekonferenz in Paris schloss Macron nicht aus, in Zukunft auch Bodentruppen zur Unterstützung nach Kiew zu senden. „Erstens hatte er wahrscheinlich Urin im Kopf und zweitens war er inkontinent in seiner Rede“, beschimpfte Medwedew den Präsidenten am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal.

Russlands Ex-Präsident kritisierte die Behauptung Macrons, dass Europa für seine Sicherheit einen ukrainischen Sieg über Russland bräuchte und deshalb auch in Erwägung gezogen werden sollte, Langstreckenraketen sowie Bodentruppen zu schicken. „In Verbindung mit seinem jüngsten Wunsch, Frankreichs Atomwaffenarsenal mit allen willigen Europäern zu teilen, scheint Macrons Inkontinenz der Rede zu einem anhaltenden und schmerzhaften Problem geworden zu sein“, stichelte er.

Westliche Bodentruppen in der Ukraine? Russlands Ex-Präsident Medwedew kontert scharf

Zuletzt legte Medwedew dem französischen Präsidenten eine Ernährungsumstellung gegen seine „Inkontinenz“ ans Herz. „Austern und Champagner sind eine gute Sache, aber er ist kein Junge mehr. Verbale Bettnässen in seinem Alter ist gefährlich“, schreibt der enge Verbündete Putins und schließt ab mit den Worten: „Die Leute mögen es nicht. Der Geruch, du weißt schon.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach einem Treffen von mehr als 20 Staats- und Regierungschefs am Montagabend (26. Februar) in Paris zum ersten Mal seit Russlands Einmarsch in die Ukraine den Einsatz westlicher Bodentruppen als mögliche Option erwähnt. „In der Dynamik darf nichts ausgeschlossen werden. Wir werden alles tun, was nötig ist, damit Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann“, sagte er im Anschluss des Treffens gegenüber Journalisten. Es dauerte nicht lange, bis Macron bereits von westlichen Verbündeten heftigen Widerspruch erntete – vor allem aus Deutschland. 

Frankreich bringt Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine auf den Tisch – Deutschland strikt dagegen

Bundeskanzler Olaf Scholz spricht sich klar gegen eine mögliche Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine aus. Bei dem politischen Treffen, das der Pressekonferenz vorausgegangen war, habe man sich laut Scholz auch für die Zukunft darauf verständigt, „dass es keine Bodentruppen, keine Soldaten auf ukrainischem Boden geben wird, die von europäischen Staaten oder von Nato-Staaten dort hingeschickt werden“, sagte er am Dienstag. Aus Scholz‘ Sicht würde das eine direkte Beteiligung am Krieg gegen Russland bedeuten.

In Paris wird das anders gesehen. Der französische Außenminister Stéphane Séjourné sagte am Dienstag in der Nationalversammlung, er denke bei der Entsendung von Soldaten vor allem an Cyberabwehr, die Produktion von Waffen in der Ukraine und die Minenräumung. „Einige dieser Handlungen könnten eine Präsenz auf ukrainischem Territorium erforderlich machen, ohne die Schwelle zur kriegsführenden Macht zu erreichen“, so Séjourné.  (nz/dpa)

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