Im Fernsehinterview

Putin nennt Beteiligung von Ukrainern an Nord-Stream-Anschlägen „totalen Unsinn“

15.03.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Russlands Präsident Wladimir Putin Quelle: AFP/VLADIMIR GERDO

Der russische Präsident Wladimir Putin weist die Theorie zurück, dass ukrainische Aktivisten für die Explosionen an den Nord-Stream-Erdgas-Pipelines verantwortlich seien. „Lediglich Spezialisten“ seien dazu mit der Unterstützung eines Staates in der Lage – der Kremlchef sieht die USA als Täter.

Der russische Präsident Wladimir Putin hält Berichte über eine Beteiligung ukrainischer Aktivisten an den Explosionen an den Nord-Stream-Erdgas-Pipelines in der Ostsee für „totalen Unsinn“. Eine derartige Aktion in dieser Tiefe und in dieser Größenordnung könnten „lediglich Spezialisten“ durchführen, sagte Putin am Dienstag in einem Fernsehinterview. „Dazu gehört auch noch die Unterstützung eines Staates, der über die entsprechende Technologie verfügt.“

Konkret wollte sich Putin nicht zur Urheberschaft der Explosionen äußern. Doch man müsse immer hinterfragen, wer daran ein Interesse haben könnte. „Und wer ist interessiert? Theoretisch könnten die USA ein Interesse daran haben, die russischen Energieträger auf dem europäischen Markt zu verhindern“, sagte der Kremlchef.

Nach Putins Worten habe ein Schiff von Gazprom zudem Hinweise auf das Vorhandensein eines weiteren Sprengsatzes an der Gaspipeline entdeckt. Dieser sei in etwa 30 Kilometern Entfernung von einer der Explosionsstellen angebracht. Bei der Rohr-Verbindungsstelle sei etwas erkannt worden, von dem Experten glaubten, „dass es sich um eine Antenne handeln könnte, um ein Signal zum Zünden eines Sprengsatzes zu empfangen“.

An drei von vier Strängen der beiden auf dem Grund der Ostsee liegenden Nord-Stream-Erdgasleitungen gab es im vergangenen September Explosionen. Deutschland, Schweden und Dänemark haben Ermittlungen aufgenommen. Vor wenigen Tagen hatten Medien in Deutschland, den USA und Großbritannien Hinweise auf den möglichen Tathergang veröffentlicht. Demnach soll eine sechsköpfige Gruppe mit gefälschten Pässen eine Yacht gemietet und unbemerkt die Sprengsätze in gut 80 Meter Wassertiefe gelegt haben.

Die Medien hatten über eine Beteiligung einer pro-ukrainischen Gruppe spekuliert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Beteiligung der Ukraine als „lächerlich“ zurückgewiesen.

US-Vertreter vermuteten zunächst Russland hinter dem Anschlag. Moskau wiederum beschuldigte die USA und Großbritannien. Die Ermittlungen haben bislang noch keine eindeutigen Ergebnisse geliefert.

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