Kurz vor Abstimmung in Ecuador

Präsidentschaftskandidat im Wahlkampf ermordet!

10.08.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Hier spricht Fernando Villavicencio (59) noch zu seinen Anhängern. Am Ende der Veranstaltung trafen ihn drei Kugeln Foto: KAREN TORO/REUTERS

Tödliche Schüsse im Wahlkampf!

Der ecuadorianische Präsidentschaftskandidat Fernando Villavicencio (59) wurde während einer politischen Kundgebung in der Hauptstadt Quito erschossen. Der Täter starb ebenfalls, nachdem er festgenommen wurde.

Das südamerikanische Land versinkt in einer Welle der Gewalt. Drogenhandel und gewaltsame Tötungen nehmen zu.

Auch andere Teilnehmer wurden verletzt und versorgt
Schüsse! Schreie! Auch Teilnehmer der Wahlkampfveranstaltung wurden getroffen
Foto: STR/AFP

„Ich versichere Ihnen, dass dieses Verbrechen nicht ungesühnt bleiben wird“, sagte Präsident Guillermo Lasso (67) in einer Erklärung. „Das organisierte Verbrechen ist zu weit gegangen, aber sie werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.“

Bilder in den sozialen Medien zeigten, wie Menschen in Deckung gingen und schrien, als Schüsse fielen. Es gab mindestens neun Verletzte, darunter eine Kandidatin für die Parlamentswahl sowie zwei Polizisten.

Der 59-jährige Fernando Villavicencio war früher Gewerkschaftsführer und Investigativjournalist, trat als eine der kritischsten Stimmen gegen Korruption, vor allem während der Regierung des ehemaligen Präsidenten Rafael Correa von 2007 bis 2017, auf.

Laut Meinungsumfragen lag der Politiker aktuell bei 7,5 Prozent der Wählerstimmen – auf dem vierten Platz.

Als früherer Investigativjournalist berichtete der Präsidentschaftskandidat auch über Ex-Präsident Rafael Correa
Als früherer Investigativjournalist berichtete der Präsidentschaftskandidat auch über Ex-Präsident Rafael Correa
Foto: RODRIGO BUENDIA/AFP

Er reichte mehrere Klagen gegen hochrangige Mitglieder der Regierung Correa ein. Villavicencio war verheiratet und hinterlässt fünf Kinder.

Nationalversammlung aufgelöst

Ecuadors Wahlkommission hatte nach der Auflösung des Parlaments einen neuen Termin für die vorgezogenen Präsidenten- und Parlamentswahlen festgelegt.

Am 20. August sollen die Bürger an die Urnen treten, teilte der Nationale Wahlrat auf X (vormals Twitter) mit. Bis dahin kann der konservative Präsident Guillermo Lasso per Dekret regieren. Er hatte inmitten eines Amtsenthebungsverfahrens wegen mutmaßlicher Unterschlagung die Nationalversammlung aufgelöst.

Bei den Wahlen sollte das Volk zwischen acht Kandidaten abstimmen. Nun ist einer von ihnen verstorben. Lasso hatte im April die Waffengesetze gelockert und den Bürgern das Tragen von Waffen erlaubt.

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