Streitbarer Vorstoß

Peta fordert Sexverbot für alle fleischessenden Männer

21.09.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Ein Mann sitzt alleine in seinem Bett. Tierschützer fordern ein Sexverbot für Männer, die Fleisch essen. Foto: imago

Der Fleischkonsum von Männern verursacht laut einer aktuellen Studie einen großen Teil der Treibhausgase. Die Aktivisten ziehen daraus drastische Schlüsse.

Die Tierschutzorganisation Peta hat ein Sex- und Fortpflanzungsverbot für alle fleischessenden Männer gefordert. In einer Presseerklärung zitieren die Aktivisten aus einer wissenschaftlichen Studie, wonach Männer vor allem durch ihren Fleischkonsum deutlich mehr zur Klimakatastrophe beitragen würden als Frauen. Demnach verursachen sie so 41 Prozent mehr Treibhausgase.

Aus diesen Erkenntnissen leiten die Tierschutzaktivisten nicht nur ein Sexverbot ab, sondern auch eine „saftige Fleischsteuer für Männer“ von 41 Prozent – so fordert es Daniel Cox, Teamleiter Kampagnen bei Peta Deutschland wörtlich.ForschungStudie: Fleisch aus dem Labor könnte klimafreundlicher sein als VeganismusMilitär in ÖsterreichVeganismus eine Religion? Bundesheer will Soldaten nicht vegan bewirten

Gegenwind aus der CSU: „Völliger Unsinn“

„Jetzt gibt es den wissenschaftlichen Beleg, dass toxische Männlichkeit auch dem Klima schadet“, so Cox. In einem Beispiel beschreibt er einen stereotypischen Vorstadtvater, der „70-Cent-Würstchen auf ihrem 700-Euro-Grill“ brate und hinzugelegte Zucchinis misstrauisch beäugen würde. Für derartige Männer fordert er nun ein pauschales Sex- und Fortpflanzungsverbot. „Schließlich spart jedes nicht geborene Kind 58,6 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr ein“, führt Cox aus und verweist auf eine weitere wissenschaftliche Studie von 2017.

In der Politik stößt der Vorstoß der Tierschutzorganisation auf Unverständnis. Gegenüber der Bild-Zeitung sagt CSU-Politikerin Dorothee Bär: „Für wen, wenn nicht unsere Kinder, retten wir das Klima? Kinder mit schädlichem CO₂ aufzurechnen ist abstoßend. Zumal sie die Klimaretter der Zukunft sind!“ Auch ihr Parteikollege Florian Hahn hält wenig von dem Vorschlag und wirft den Aktivistinnen und Aktivisten „Demokratiehass“ vor. Bundestags-Politiker Alois Rainer (57, CSU) nennt den Vorstoß „völligen Unsinn“.

Peta-Kampagnenleiter wehrt sich gegen Vorwürfe

Auf Anfrage der Berliner Zeitung sagt Daniel Cox: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Kern der Studie überspitzt darzustellen.“ Er wolle plakativ darauf aufmerksam machen, dass aktuelle Ernährungsgewohnheiten „massiv die Klimakatastrophe befeuern“ würden. „Die grillenden, fleischessenden Männer zerstören die Lebensgrundlagen ihrer eigenen oder sogar noch ungeborenen Kinder“, so Cox weiter.

Auf die Kritik aus der CSU antwortet der Peta-Kampagnenleiter: „Gerade die CSU sollte sich hier bedeckt halten. Ihre Politik hat uns überhaupt erst in diese Situation gebracht.“ Von der Politik fordert er daher Rahmenbedingungen für eine Ernährungswende. Dazu zählt Cox unter anderem die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf pflanzliche Produkte, Obst und Gemüse und eine Reduktion der Tierbestände.

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