Offenbar verschärft sich die Sicherheitslage nach dem Putsch in Niger. Die Regierung räumt bei Kämpfen mit »Terroristen« in einer Grenzregion Verluste ein und spricht davon, einen schweren Gegenschlag verübt zu haben.
Mutmaßliche Dschihadisten haben in Niger offenbar eine größere Zahl Soldaten in einen tödlichen Hinterhalt gelockt. Wie die erst kürzlich durch einen Militärputsch an die Macht gekommene Regierung in Niamey mitteilte, seien 17 Soldaten getötet und weitere 20 verletzt worden. Der Angriff ereignete sich demnach in der Ortschaft Koutougou, nahe der Grenze zu Burkina Faso.
Nach Darstellung der Regierung war die attackierte Einheit »Opfer eines terroristischen Hinterhalts« geworden. Das Militär habe daraufhin bei einem Gegenschlag aus der Luft mehr als 100 Terroristen getötet, die sich in zwei Kolonnen von je mehr als 50 Motorrädern auf dem Rückzug befunden hätten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Die Grenzregion zwischen Niger, Mali und Burkina Faso ist eine der gefährlichsten Regionen der Welt. Seit Jahren verüben dort islamistische Milizen, die unter anderem den Terrorgruppen al-Qaida und dem sogenannten Islamischen Staat nahestehen, schwere Angriffe gegen die Armee und Zivilisten.
Tödlichste Attacke seit dem Staatsstreich
Die Junta hatte ihren Putsch auch damit gerechtfertigt, dass sich die Sicherheitslage in dem Land unter der demokratisch gewählten Regierung von Präsident Mohamed Bazoum weiter verschlechtert habe. Zahlreiche Staaten hatten nach dem Putsch vom 26. Juli ihre Staatsbürger außer Landes gebracht. Laut der Nachrichtenagentur AFP ist der Angriff im Grenzgebiet der bislang tödlichste seit dem Coup.
Niger wurde bis zuletzt von den USA und europäischen Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, im Kampf gegen die Terroristen unterstützt. Nach einem Staatsstreich des Militärs Ende Juli ist unklar, wie es mit der Zusammenarbeit weitergeht. Frankreich und die USA haben wichtige Militärstützpunkte in dem Land, das zudem an einer zentralen Migrationsroute nach Europa liegt.
Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte nach dem Putsch mit einer militärischen Intervention gedroht , zuletzt allerdings weiter auf eine diplomatische Lösung durch ein Vermittlerteam gesetzt.
fek/dpa/AFP/Reuters



