Ärztinnen sollten Nazi-Tattoos melde

Neuer Skandal um Kommandeur der Eliteeinheit KSK

06.08.2021
Lesedauer: < 1 Minute
Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Der Kommandeur der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK soll nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS mehrere Ärztinnen angewiesen haben, ihn über womöglich bei Soldaten entdeckte rechtsradikale Tätowierungen zu informieren. Gegen Brigadegeneral Markus Kreitmayr, 53, sei deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen des Verleitens zu einer rechtswidrigen Tat eingeleitet worden.

Das bestätigte der Tübinger Erste Staatsanwalt Nicolaus Wegele gegenüber FOCUS.

Eine der Bundeswehr-Ärztinnen, die die Soldaten regelmäßig untersuchen, geriet wegen des mutmaßlichen Bruchs der ärztlichen Schweigepflicht in Gewissensnöte. Wegele schloss aufgrund der schweren Vorwürfe eine Ausweitung der Ermittlungen nicht aus. Auch die Wehrdisziplinaranwaltschaft der Division Schnelle Kräfte, dem das Kommando Spezialkräfte unterstellt ist, nahm Ermittlungen auf. Das Kommando Heer in Strausberg lehnte auf FOCUS-Anfrage eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen Kreitmayr ab.

Ermittlungen gegen KSK-Kommandeur aufgenommen

Gegen den Karriere-Offizier laufen seit Monaten bereits Ermittlungen wegen Strafvereitelung. Kreitmayr hatte KSK-Soldaten angeblich aufgefordert, beiseite geschaffte Munition anonym zurückzugeben.

Der 53-jährige hohe Offizier muss deswegen Ende August sein Amt als KSK-Kommandeur aufgeben. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer lehnte eine Suspendierung von Kreitmayr ab und will ihn zum 1. September als Abteilungsleiter in das Bundesverteidigungsministerium versetzen. Ein Oberst im Generalstab sagte FOCUS, dass Kreitmayr aufgrund von zwei laufenden Ermittlungsverfahren derzeit für seine neue Aufgabe kaum geeignet sein könne.

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