Bei den Gefechten mit den Terroristen der Hamas sind bereits 169 Soldaten der israelischen Armee gestorben. Die israelische Luftwaffe setzt unterdessen ihre Luftangriffe auf den Gazastreifen fort. Dabei wurde der Bruder von Hamas-Kommandeur Mohammed Deif getötet.
Bei den Kämpfen mit der Hamas sind nach Angaben der israelischen Armee mindestens 169 Soldaten getötet worden. „Seit heute Morgen informieren wir die Familien von 169 israelischen Soldaten, die im Kampf gefallen sind“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Mittwoch vor Journalisten. Auch die Familien von 60 entführten und in den Gazastreifen verschleppten Menschen seien kontaktiert worden.
Während israelische Soldaten und Hamas-Kämpfer sich rüsten und in Stellung gehen, folgen Angehörige und Freunde fassungslos den Särgen der Getöteten, die zu Grabe getragen werden. Israel beklagt nach Militärangaben mehr als 1200 Tote, 90 Prozent sind Zivilisten. In dem grenznahen Kibbuz Kfar Azza wurden Berichten zufolge Dutzenden Leichen entdeckt, darunter viele Kleinkinder.


Israelische Truppen haben nach eigenen Angaben seit dem Wochenende mindestens 1000 bewaffnete Palästinenser getötet, die vom Gazastreifen aus nach Israel eingedrungen seien. Einige Medien sprechen sogar von 1500 getöteten Hamas-Terroristen auf israelischen Boden.


Quelle: REUTERS
Im Süden Israels ist nach Militärangaben eine erste Maschine mit moderner US-Waffenausrüstung gelandet. Die israelische Armee zog an der Grenze zum Gazastreifen, von wo aus die Hamas am Wochenende ihre Angriffe begonnen hatte, massiv Truppen zusammen.
Bruder von Hamas-Militärchef bei Angriff getötet
Israel setzt zudem in Nacht seine Luftschläge im gesamten Gazastreifen fort. Dutzende Kampfjets hätten mehr als 200 Ziele im Gebiet Al-Furqan angegriffen, teilten die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) am frühen Mittwochmorgen mit. Mehr als 70 Ziele seien in Daraj Tuffah, einem Stadtteil von Gaza-Stadt, getroffen worden. Der Stadtteil sei von der Hamas für direkte Angriffe auf Israel genutzt worden.
Bei den Luftangriffen ist nach palästinensischen Angaben der Bruder des ranghohen Hamas-Kommandeurs Mohammed Deif getötet worden. Abdul Fattah Deif sei während eines Angriffs in Chan Junis im Süden des Gazastreifens ums Leben gekommen, berichteten Hamas-nahe Medien in dem Küstenstreifen. Weitere Angehörige von Deif sollen ums Leben gekommen sein.
Mohammed Deif hatte am Tag des in der israelischen Geschichte beispiellosen Massakers an Zivilisten durch Hamas-Terroristen am Samstag erklärt, eine „Militäroperation“ gegen Israel habe begonnen. Deif gilt als „Phantom“ und hat schon zahlreiche israelische Tötungsversuche überlebt. Er ist der Kommandeur der Al-Aksa-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas. Angesichts der israelischen Vergeltungsangriffe auf den Gazastreifen sind in dem Palästinensergebiet nach UN-Angaben mehr als 260.000 Menschen geflohen.
Luftwaffe zerstört Radarsystem der Hamas
Die israelische Luftwaffe hat bei Angriffen im Gazastreifen nach eigenen Angaben auch ein Radarsystem der Hamas zerstört. „Kampfjets haben ein fortschrittliches Radarsystem zerstört, das die Terrororganisation Hamas entwickelt hat und das zur Erkennung von Flugkörpern über dem Gazastreifen diente“, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Die Hamas habe über Jahre ein hochwertiges Kameranetz entwickelt, das in Wasserbehältern auf Dächern versteckt über den ganzen Gazastreifen verteilt worden sei.
Der Militärexperte Christian Mölling von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) sieht nach dem Hamas-Großangriff auf Israel derzeit keine Gefahr für einen Flächenbrand in der Region. Eine solche Ausweitung des Konflikts liege „in weiter Ferne“ und sei „nicht sehr wahrscheinlich zum jetzigen Zeitpunkt“, sagte er der ARD.


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Die US-Regierung hatte nach eigenen Angaben keine Hinweise von amerikanischen Geheimdiensten auf den Angriff der islamistischen Hamas auf Israel. „Wir haben nichts gesehen, das auf einen Angriff dieser Art hindeutete, genauso wenig wie die Israelis“, sagte der Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan,
Die Lufthansa soll Insidern zufolge auf Bitten des Auswärtigen Amts mit mehreren Sonderflügen am Donnerstag und Freitag Deutsche aus Israel holen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kündigt unterdessen ein hartes Vorgehen gegen Sympathisanten und Unterstützer der radikal-islamischen Hamas in Deutschland an. „Wir nutzen alle nachrichtendienstlichen und polizeilichen Mittel, um gegen Hamas-Unterstützer vorzugehen“, sagt Faeser den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.


