Vor AfD-Parteitag

Meuthen will politischen Einfluss behalten

12.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Foto: tagesschau.de

Nach der Ankündigung, sein Amt abgeben zu wollen, hat der AfD-Vorsitzende Meuthen jetzt klargemacht: Seinen Einfluss will er behalten – gegen innerparteiliche Widersacher. Nun beginnt das Ringen um Meuthens Nachfolge.

Der scheidende AfD-Co-Vorsitzende Jörg Meuthen will auch nach dem angekündigten Rückzug von seinem Führungsposten weiter Einfluss auf die Geschicke der Partei nehmen. Die Freude seiner innerparteilichen Gegner werde nur von kurzer Dauer sein, sagte er dem Portal t-online. „Wenn sie glauben, jetzt seien sie mich los, irren sie. Die werden sehr schnell merken, dass ich nicht weg bin. Das ist kein Rückzug.“

Am Montag hatte Meuthen in einem Rundschreiben an alle Parteimitglieder mitgeteilt, dass er bei der Neuwahl des Parteivorstandes Ende des Jahres nicht mehr für den Spitzenposten zur Verfügung stehe. Konkrete Gründe für seinen Schritt nannte er in dem Schreiben nicht, kündigte aber bereits eine Fortsetzung seiner politischen Arbeit an. Meuthen ist Europaabgeordneter.

Rechtsaußen-Strömung lange falsch eingeschätzt

Im Hinblick auf seine Nachfolge an der Parteispitze geht Meuthen nicht davon aus, dass der dem radikalen Parteiflügel zugeordnete Thüringer Landeschef Björn Höcke auf dem Parteitag im Dezember für den Bundesvorstand kandidiert. „Von Medien wird ihm ein Gewicht beigemessen, das er de facto gar nicht hat“, so Meuthen.

Er räumte außerdem ein, die Rechtsaußen-Strömung der Partei um Höcke lange falsch eingeschätzt zu haben. Die Strömung wird vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Bestrebung beobachtet.

Bundestagsabgeordneter Lucassen für Einzelspitze

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Lucassen sprach sich derweil für eine Einzelspitze aus. Der geteilte Vorsitz sei ein Fehler gewesen, sagte Lucassen im Deutschlandfunk. Meuthen und Tino Chrupalla hätten sich gegenseitig gelähmt. Eine Führung der Partei sei nicht möglich gewesen, erklärte der Vorsitzende der AfD in Nordrhein-Westfalen. Er fügte hinzu, Meuthen gebühre Respekt. Er habe mit seiner Entscheidung den Weg für einen „konsensualen Parteitag“ im Dezember freigemacht.

Seit Juli 2015 steht der Europaabgeordnete Meuthen an der Spitze der AfD. Er plädierte in den vergangenen zwei Jahren für einen gemäßigteren Kurs der AfD, nachdem er zunächst Höcke unterstützt hatte. Mit diesem Strategiewechsel machte er sich Feinde beim radikalen Parteiflügel.

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