Erdbeben in Syrien und Türkei im Newsticker

Mehr als 5000 Tote – Baerbock fordert Grenzöffnungen

07.02.2023
Lesedauer: 23 Minuten
Helden-Reporter trägt kleines Mädchen während Live-Schalte aus den Trümmern Foto: FOCUS online/Wochit

Heftige Erdbeben haben im Südosten der Türkei und im Nordwesten Syriens große Verwüstung angerichtet. Mittlerweile gibt es mehr als 5000 Tote. Mindestens 5700 Gebäude wurden zerstört, mehr als 20.000 Menschen verletzt. Das winterliche Wetter erschwert die Bergung der Opfer. Alle Informationen im Newsticker von FOCUS online.

  • Mehrere Erdbeben erschüttern die türkisch-syrische Grenzregion
  • Mindestens 1602 Tote in Syrien
  • Mindestens 3419 Tote in der Türkei
  • Mehr als 23.000 Verletzte
  • Mindestens 5.775 Gebäude sind zerstört

Baerbock fordert Grenzöffnungen

14.05 Uhr: Während die Zahl der Toten im Erdbebengebiet an der türkisch-syrischen Grenze nach wie vor steigt, fordert Außenministerin Annalena Baerbock die Öffnung aller Grenzübergänge, um auch in Syrien schnellere Hilfe zu ermöglichen. Derzeit gebe es nur einen offenen Grenzübergang, der bei dem Erdbeben aber beschädigt worden sei, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag in Berlin. „Deswegen ist die Öffnung der Grenzübergänge so zentral.“ Es sei „das absolute Gebot jetzt, dass die humanitäre Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird“.

Deutsche Teams in Erdbebenregion: „Wir haben ein One-Way-Ticket“

11.00 Uhr: Nach der Erdbeben-Katastrophe an der türkisch-syrischen Grenze haben sich deutsche Hilfsorganisationen auf den Weg ins Krisengebiet gemacht. „Die große Herausforderung, vor der wir jetzt stehen, ist, dahin zu kommen, wo wir hin müssen“, sagte der Leiter der Nothilfeabteilung der Malteser International, Oliver Hochedez, am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Flughäfen seien überlastet und viele Straßen zerstört.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen hätten die Malteser vor allem Decken, Wärmegeräte und Zelte im Gepäck. Wie lange sie in der Türkei bleiben werden, wissen die Helfer noch nicht. „Wir haben ein One-Way-Ticket“, sagte Hochedez. Auch das Technische Hilfswerk (THW) sei am Dienstag in die Türkei aufgebrochen, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam im ZDF-„Morgenmagazin“.

Großbrand am Hafen von Iskenderun nach Erdbeben in Türkei

10.52 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben ist am Hafen der südtürkischen Stadt Iskenderun ein Großbrand ausgebrochen. Auf Bildern waren am Dienstag brennende Container zu sehen. Schwarzer Qualm stieg über dem Hafen in den Himmel. Die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, der Brand sei schon am Montag aus noch ungeklärten Gründen nach dem Erdbeben ausgebrochen. Container seien umgestürzt und hätten Feuer gefangen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, ein Schiff der Küstenwache helfe dabei, den Brand zu löschen.

Erdbebenkatastrophe in Türkei und Syrien
Rauch steigt aus brennenden Containern im Hafen der erdbebengeschädigten Stadt Iskenderun. Foto: dpa

EU schickt mehr als 1150 Rettungskräfte und 27 Suchhunde in die Türkei

10.41 Uhr: Über das Zentrum für Katastrophenhilfe der EU sind nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei bereits 27 Such- und Rettungsteams mobilisiert worden. Wie der zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic am Dienstagvormittag mitteilte, entspricht das insgesamt mehr als 1150 Rettungskräften und 70 Hunden.

Er danke allen beteiligten 19 europäischen Staaten, schrieb der Slowene über den Kurznachrichtendienst Twitter. Das sei Solidarität in bester Form. Neben EU-Staaten wie Deutschland sind nach Angaben von Lenarcic auch andere europäische Länder wie Albanien und Montenegro an den von der EU koordinierten Hilfsbemühungen für die Türkei beteiligt.

WHO: 23 Millionen Menschen potenziell von Erdbeben betroffen

10.28 Uhr: 23 Millionen Menschen sind in Syrien und der Türkei potenziell von den heftigen Erdbeben betroffen. Das teilte die WHO am Dienstag mit. Zuvor sprach die türkische Regierung von mehr als 13 Millionen Menschen im eigenen Land. „Dieses Erdbeben hat 13,5 Millionen unserer Bürger direkt betroffen“, sagte Städteminister Murat Kurum am Dienstag. Die Rettungsarbeiten gingen weiter. Manche Straßen und Wege seien nicht zugänglich, man arbeite daran, sie wieder passierbar zu machen. In manchen Regionen gebe es kein Wasser, man bemühe sich, Schäden so schnell wie möglich zu beseitigen und die Menschen mit Wasser zu versorgen.

Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien
Menschen und Rettungskräfte suchen nach Menschen in den Trümmern eines zerstörten Gebäudes. Foto: Mustafa Karali/AP/dpa

Zahl der Todesopfer steigt auf 5000 an

10.18 Uhr: Die Zahl der Todesopfer ist am Dienstag auf über 5.000 gestiegen. Der türkische Vizepräsident sprach von 3.419 Toten und mehr als 20.000 Verletzten sprach. Die syrische Regierung gab an, dass in den von der Regierung kontrollierten Gebieten 812 Menschen starben und 1.449 verwundet wurden, während die syrische Zivilverteidigung angab, dass in den von der Opposition kontrollierten Gebieten im Nordwesten mehr als 790 Menschen getötet und über 2.200 verletzt wurden.

Experte: „Das war vermutlich nicht das letzte starke Erdbeben in dieser Region“

10.09 Uhr: Nach dem großen Erdbeben am frühen Montagmorgen im Südosten der Türkei und Regionen in Syrien könnten es in nächster Zeit ähnlich große Beben in nahen Regionen geben. „Das war vermutlich nicht das letzte starke Erdbeben in dieser Region. Weitere können folgen, insbesondere in Richtung Nordosten weiter ins Landesinnere“, sagte Marco Bohnhoff vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. Ursache seien Spannungsumlagerungen an der Plattengrenze infolge des Bebens vom Montag. „Die Gefahr ist für die Region leider nicht gebannt.“

Lediglich für die Stelle des Hauptbebens sei davon auszugehen, dass die Spannung dort erst mal weg sei, sagte Bohnhoff. Auch die Wahrscheinlichkeit für Nachbeben sinke. „Die Nachbebenaktivität ist am stärksten unmittelbar nach dem Hauptbeben.“

Das Beben betraf demnach die sogenannte Ostanatolische Verwerfungszone zwischen der Anatolischen und der Arabischen Erdplatte. Sie habe schon lange als stark erdbebengefährdet gegolten, weil es dort über viele Jahrhunderte seismisch ruhig gewesen sei, während sich an der Plattengrenze immer mehr Spannung aufgebaut habe. An der Stelle sei ein großes Erdbeben daher überfällig gewesen.

Mit 7,8 sei das Beben dann letztlich sehr stark ausgefallen. „7,8 ist fast das stärkste, was an so einer kontinentalen Plattenrandstörung auftreten kann“, erklärte Bohnhoff. „7,8 bedeutet, dass sich auf einer Länge von 200 oder mehr Kilometern von der Oberfläche bis in etwa 20 Kilometer Tiefe die Erdplatten quasi innerhalb von Sekunden – oder hier bis zu zwei Minuten lang – gegeneinander verschieben. Und zwar um einige Meter.“ Entsprechend viel Energie werde freigesetzt.

Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien
Foto: Mustafa Karali/AP/dpa

Eine Frühwarnung wäre im konkreten Fall unabhängig vom eingesetzten System nicht möglich gewesen, erklärte Bohnhoff auch. Die betroffene dicht besiedelte Region liege in unmittelbarer Nähe des Epizentralgebiets, womit es keinen Zeitraum für Warnungen gegeben hätte. Ein Frühwarnsystem könne in einem Fall wie diesem nur eine sehr begrenzte Wirkung entfalten. Zwar werde bereits an sogenannten prognosebasierten Frühwarnsystemen gearbeitet, mit denen man eventuell schon vor einem Erdbeben erhöhte Warnstufen ausrufen könnte. Solche Systeme seien aber hochkomplex.

Surftipps: Natur – Wie Erdbeben entstehen: einfach erklärt

Wetterdienst rechnet mit Kälte, Schneefall und Regen in den Erdbebengebieten

09.45 Uhr: Der türkische Wetterdienst hat für die vom Erdbeben betroffenen Gebiete niedrige Temperaturen und teils Schneefall und Regen vorhergesagt. In den südöstlichen Provinzen Mardin und Diyarbakir werde Schnee erwartet, teilte die die Meteorologische Generaldirektion am Dienstag mit. In den Provinzen Malatya und Hatay soll es regnen. Winde könnten bis zu 50 Stundenkilometer erreichen. Am Kältesten werde es voraussichtlich in der Provinz Kahramanmaras, dem Epizentrum des Bebens. Die niedrigste dort zu erwartende Temperatur für Dienstag sei fünf Grad minus, die höchste ein Grad.

Die Suche über Nacht sei in Syrien aufgrund von Sturm und fehlender Ausrüstung nur „sehr langsam“ verlaufen, so die Weißhelme in den von Rebellen gehaltenen Gebieten Syriens. Sie rechnen damit, dass sich noch immer Hunderte Familien unter den Trümmern begraben sind. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte seien auch Mediziner überfordert und könnten nicht allen Verletzten das Leben retten.

Vermisster Fußball-Profi Atsu lebend aus den Trümmern gerettet

09.23 Uhr: Fußball-Profi Christian Atsu ist nach dem verheerenden Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion aus den Trümmern gerettet worden. Dies berichteten türkische Medien am Dienstag unter Berufung auf den Sprecher seines Clubs Hatayspor. Demnach sei der 31-jährige Ghanaer verletzt gefunden worden. Atsu hatte noch am vergangenen Sonntag kurz vor Schluss das Siegtor zum 1:0 im Liga-Duell gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten Rivalen Kasimpasa erzielt.

Bereits am Montagabend hatte die portugiesische Sportzeitung „A Bola“ berichtet, Atsu sei lebend gefunden worden. Eine Bestätigung seines Clubs, der weiterhin um seinen verschütteten Sportdirektor Taner Savut bangt, stand jedoch aus. Atsu spielte einst für den FC Porto und wurde mit dem Verein Meister und portugiesischer Superpokalsieger. Für den FC Chelsea, den FC Everton, Newcastle United und den FC Malaga lief Atsu ebenfalls auf.

Zahl der Toten in Türkei und Syrien steigt auf über 4900

08.25 Uhr: Die Zahl der Todesopfer in der Türkei nach dem verheerenden Erdbeben im syrisch-türkischen Grenzgebiet ist auf 3381 gestiegen. Mehr als 20.000 Menschen seien verletzt worden, teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad am Dienstag mit. Mehr als 5700 Gebäude seien eingestürzt. Orhan Tatar, Chef der Abteilung für Erdbeben und Risikoverminderung, rief die Menschen dazu auf, sich von beschädigten Gebäuden fern zu halten. In Syrien sind laut offiziellen Angaben bisher 1561 Menschen gestorben.

Die Wetterbedingungen seien sehr schlecht, sagte Tatar. Die Meteorologische Generaldirektion meldete für die betroffenen Regionen teils starken Schneefall, Platzregen und starke Winde. Die Temperaturen liegen teils um den Gefrierpunkt.

Für Kahramanmaras etwa, dem Epizentrum des Bebens, meldete die Behörde Schnee und Wind. In der südosttürkischen Metropole Diyarbakir regnete es, im Tagesverlauf wird Schneefall vorausgesagt.

20 mutmaßliche IS-Kämpfer nach Erdbeben in Syrien aus Gefängnis geflohen

07.35 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet sind bei einer Gefängnismeuterei in Syrien 20 mutmaßliche Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) entkommen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montagabend aus dem Militärgefängnis von Rajo nahe der Grenze zur Türkei. „Nach dem Erdbeben, von dem auch Rajo betroffen war, haben die Gefangenen einen Aufstand gestartet und Teile des Gefängnisses unter ihre Kontrolle gebracht.“ 

Rund 20 Insassen seien während der Meuterei geflohen, hieß es weiter. „Wir glauben, dass es sich um IS-Kämpfer handelt.“ In dem Militärgefängnis von Rajo werden etwa 2000 Häftlinge festgehalten, rund 1300 von ihnen sind mutmaßliche IS-Kämpfer. Zudem werden dort kurdische Kämpfer festgehalten.

Kein Strom, kein Brot, Kein Benzin: „Menschen haben Angst, zurückzukehren“

07.17 Uhr: Nach den schweren Erdbeben in der Südosttürkei gehen die Rettungsarbeiten weiter – die Situation ist dramatisch. Im südtürkischen Hatay sei der Strom ausgefallen, berichtete eine Augenzeugin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Hilfe werde dringend benötigt. Die Tankstellen hätten kein Benzin mehr und es gebe kein Brot zu kaufen. Auch in der Nachbarprovinz Osmaniye sei der Strom ausgefallen, sagte eine Reporterin des Senders CNN Türk.

In der südosttürkischen Metropole Diyarbakir verbrachten viele Menschen die Nacht draußen, in Schulen oder Moscheen, wie ein dpa-Mitarbeiter berichtete. „Die Menschen haben Angst, in ihre Häuser zurückzukehren“, sagte er. Mehrere Nachbeben seien zu spüren gewesen und es sei bitterkalt. Die Zelte der Katastrophenschutzbehörde Afad seien nicht beheizt und reichten nicht aus.

Viele Einwohner Diyarbakirs versuchten, in die Dörfer zu gelangen. Die Häuser dort sind in der Regel einstöckig und gelten daher als sicherer. „Es herrscht Anspannung, die Menschen wissen wirklich nicht, was sie machen sollen“, sagte er.

Israelische Hilfsdelegation in der Türkei angekommen

07.04 Uhr: Eine israelische Hilfsdelegation ist in die Türkei gereist, um dort nach dem schweren Erdbeben bei der Suche nach Verschütteten zu helfen. Die Delegation mit rund 150 Mitgliedern sei am Morgen gelandet, sagte eine israelische Militärsprecherin. Zwei Drittel davon sind den Angaben zufolge Mitglieder einer Such- und Rettungseinheit der Armee, die mit hochmoderner Ausrüstung im Einsatz ist.

Israel sei bereit, zusätzliche humanitäre Hilfe zu leisten, wenn die Türkei dies wünsche, sagte Militärsprecher Richard Hecht am Montagabend. Vorerst habe Ankara aber nur um eine Sucheinheit gebeten. „Wir sind uns bewusst, dass es weitere Erdbeben geben könnte„, sagte der Sprecher. “Wir werden sofort nach der Landung mit der Arbeit beginnen.“

Die Bergungsarbeiten sind ein Rennen gegen die Zeit: Die kritische Überlebensgrenze für Verschüttete liegt normalerweise bei 72 Stunden – so lange kann ein Mensch in der Regel ohne Wasser überleben.

Rettungskräfte suchen weiter nach Überlebende in den Trümmern

Dienstag, 7. Februar, 05.27 Uhr: Nach dem verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet steigt die Zahl der Opfer immer weiter. Allein in der Türkei wurden laut einer am Dienstagmorgen veröffentlichten neuen Bilanz fast 3000 Menschen getötet. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer in der Türkei und Syrien auf mehr als 4300. Rettungskräfte suchten derweil bei eisiger Kälte die ganze Nacht hindurch und teils mit bloßen Händen nach möglichen Überlebenden.

Es seien 2921 Menschen getötet und 15.834 weitere Menschen verletzt worden, erklärte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad. Syrien seinerseits hatte am Montag 1444 Todesopfer vermeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer in beiden Ländern auf 4365. Es wird befürchtet, dass mit Fortschreiten der Rettungsarbeiten die Opferzahl noch weiter steigt. 

Mehr als 3600 Tote in Syrien und Türkei

21.47 Uhr: Die Zahl der Todesopfer der verheerenden Erdbeben in Syrien und der Türkei ist auf mehr als 3600 gestiegen. Die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad gab die Zahl der Toten im eigenen Land am Montagabend mit 2316 an. In Syrien kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums sowie der Rettungsorganisation Weißhelme von Montagabend mindestens 1300 Menschen ums Leben.

Das endgültige Ausmaß der Katastrophe in der Grenzregion war weiter unklar, zahlreiche Menschen wurden unter Trümmern vermisst. Mehr als 15.000 Menschen wurden nach bisherigen Informationen verletzt.

Zahl der Todesopfer steigt auf mehr als 3000

20.41 Uhr: Nach der Erdbeben-Katastrophe in Syrien und der Türkei ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 3000 gestiegen. In Syrien kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums sowie der Rettungsorganisation Weißhelme von Montagabend mindestens 1300 Menschen ums Leben. In der Türkei stieg die Zahl der Toten auf 1762, wie die Katastrophenschutzbehörde Afad meldete.

Das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe war zunächst nicht absehbar, immer noch wurden zahlreiche Menschen unter Trümmern vermisst. Mehr als 15.000 Menschen wurden nach bisherigen Informationen in der Türkei und in Syrien verletzt.

Erdogan ruft nach Erdbeben einwöchige Staatstrauer aus

19.07 Uhr: Nach der verheerenden Erdbeben-Katastrophe hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine einwöchige Staatstrauer ausgerufen. Flaggen aller Vertretungen im In- und Ausland sollen dafür bis Sonntag auf halbmast wehen, wie es auf dem Twitter-Account des Präsidenten am Montagabend hieß. Die Staatstrauer endet demnach am 12. Februar nach Sonnenuntergang.

Erdogan hatte die Katastrophe als größte Erdbeben seit 1939 bezeichnet. Nach Angaben von EU-Vertretern war es eines der stärksten in der Region in mehr als 100 Jahren. In Syrien und der Türkei kamen bisher mehr als 2500 Menschen ums Leben.

Im Erdbebengebiet droht jetzt auch noch ein Schneesturm

18.38 Uhr: Ein drohender Schneesturm könnte die Situation in den Erdbebengebieten in der Türkei und Syrien nach Einschätzung der Hilfsorganisation Care deutlich verschärfen. Aktuell befinden sich unzählige Menschen aufgrund von Warnungen vor Nachbeben oder, weil ihre Häuser und Unterkünfte eingestürzt sind, im Freien – trotz eisiger Kälte, wie Care am Montag in Bonn mitteilte.

Die Hilfsarbeit werde durch das extreme Wetter und den Schneefall stark beeinträchtigt, weil viele Straßen nicht passierbar seien und man zahlreiche Lagerhäuser und Vorräte nicht erreichen könne. Care-Partnerorganisationen versuchten gleichwohl, die Menschen mit Decken, Lebensmitteln, Matratzen und Zelten zu versorgen. Mehr als 60 Prozent der 4,6 Millionen Einwohner Nordwestsyriens seien Binnenflüchtlinge. Sie fürchteten, durch die Erdbeben nun erneut vertrieben zu werden.

Hier können Sie nach der Erdbeben-Katastrophe spenden

17.56 Uhr:Rettungskräfte versuchen, Verschüttete rechtzeitig aus Trümmern zu befreien. Menschen halten sich in der Kälte im Freien auf – aus Angst, dass weitere Gebäude einstürzen könnten. Die Situation nach den schweren Erdbeben am Montag in der türkisch-syrischen Grenzregion ist verheerend.

Die Zahl der Toten steigt: Bisher werden mindestens 2.300 Opfer gemeldet, verletzt wurden Tausende weitere Menschen. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf. Organisationen aus Deutschland sind Teil der internationalen Hilfe. Bei FOCUS online erfahren Sie, wie Sie den Menschen helfen und an welche Hilfsorganisationen Sie spenden können.

Ex-Chelsea-Spieler Atsu steckt unter Trümmern eines zerstörten Gebäudes fest

16.50 Uhr: Der frühere Spieler von Chelsea und Newcastle, Christian Atsu, steckt Berichten zufolge unter den Trümmern eines zerstörten Gebäudes fest.Der ghanaischen Nationalspieler war am Sonntag für Hatayspor im Einsatz und erzielte beim 1:0-Sieg über Kasimpasa in der siebten Minute der Nachspielzeit ein Tor.In einer Nachricht nach dem Spiel schrieb er: „Wichtiger Sieg für das Team. Glücklich, auf der Torschützenliste zu sein.“

Newcastle United postete ein Bild von Atus auf Twitter. „Wir beten für gute Nachrichten.“

Zahlreiche Länder schicken Retter und Suchhunde in die Türkei und nach Syrien

16.18 Uhr: Das Zentrum für Katastrophenhilfe der EU koordiniert nach dem schweren Erdbeben die Entsendung von europäischen Rettungskräften in die Türkei. Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission in Brüssel wurden bis Montagmittag bereits mehr als zehn Such- und Rettungsteams mobilisiert, um die Ersthelfer vor Ort zu unterstützen. Sie kommen aus BulgarienKroatienFrankreichGriechenland, den NiederlandenPolen, Rumänien, Ungarn, Malta und Tschechien. ItalienSpanien und die Slowakei stehen zudem bereit, um ebenfalls Rettungsteams zu schicken.

Auch Indien, Russland, Griechenland, Rumänien und weitere Länder haben der Türkei und Syrien bereits zusagt, Rettungsteams, Suchunde und Hilfsgüter in die beiden Länder zu schicken.

Eine erste Gruppe von 21 griechischen Rettern mit zwei Spürhunden ist am Montagnachmittag von einem Militärflughafen nahe Athen in die von schweren Erdbeben heimgesuchten Gebiete im Südosten der Türkei abgeflogen. Auch aus Rumänien seien 60 Retter und vier speziell trainierte Hunde am Montag zusammen mit sieben Tonnen Ausrüstungsmaterial in drei Militärflugzeugen vom Bukarester Flughafen Otopeni in die Türkei gestartet.

100 Personen von Such- und Rettungsteams des indischen Katastrophenschutzes mit trainierten Hunden und entsprechender Ausrüstung sowie Ärzte und Rettungssanitäter mit wichtiger Medizin sollten geschickt werden, wie das Außenministerium in Neu Delhi am Montag mitteilte. Der russische Präsident Wladimir Putin habe bereits mit seinem syrischen Amtskollegen Baschar al-Assad telefoniert, so der Kreml am Montag.

Zahl der Toten steigt immer weiter – mehr als 2300 Opfer gezählt

15.47 Uhr:Die Zahl der Toten ist nach vorläufigen Angaben auf etwa 2300 angestiegen. Auf beiden Seiten der türkisch-syrischen Grenze sorgten die Beben für enorme Zerstörungen. Über 2800 Gebäude wurden zerstört, unzählige Menschen verschüttet.

Bericht: Menschen in Syrien heben nach Erdbeben Massengräber aus

15.38 UhrIm Norden Syriens heben Anwohner nach den verheerenden Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion einem Augenzeugenbericht zufolge Massengräber aus. Menschen in der Stadt Idlib wollen darin die Opfer der Katastrophe beisetzen, berichtete ein Aktivist der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Auch in den Sozialen Netzwerken verbreiteten sich Videos, die zeigen sollen, wie Dutzende Menschen Massengräber schaufeln. In dem Bürgerkriegsland sind zum Teil ganze Häuserreihen in sich zusammengefallen, deren Fundamente durch Luftangriffe häufig schon zuvor baufällig waren.

Mehr als 1900 Tote nach tragischem Erdbeben

15.10 Uhr: Die Zahl der Toten ist auf mehr als 1900 gestiegen. Rund 10.000 Menschen in der Türkei und in Syrien wurden nach bisherigen Informationen verletzt. In der Türkei seien 1121 Menschen ums Leben gekommen, teilte der Katastrophenschutzdienst Afad am Montagnachmittag mit. In Syrien stieg die Zahl der Toten auf etwa 800. Das teilten der stellvertretende Gesundheitsminister Ahmed Dhamirijeh sowie die Rettungsorganisation Weißhelme mit.

Zahl der Toten steigt auf 1800

14.32 Uhr: Nach den verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien ist die Zahl der Todesopfer auf etwa 1800 gestiegen. In der Türkei seien 1014 Menschen ums Leben gekommen, teilte der Katastrophenschutzdienst Afad am Montagmittag mit. Mehr als 7000 Menschen seien verletzt worden.

In Syrien stieg die Zahl der Toten auf mehr als 780. Das teilten der stellvertretende Gesundheitsminister Ahmed Dhamirijeh sowie die Rettungsorganisation Weißhelme mit. In dem Bürgerkriegsland seien bei der Katastrophe mehr als 2200 Menschen verletzt worden.

Scholz spricht Erdogan sein Beileid aus

14.30 Uhr: Nach der Erdbeben-Katastrophe an der türkisch-syrischen Grenze hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sein Beileid ausgesprochen. „Mit großer Bestürzung habe ich von den vielen Todesopfern und Verletzten durch die Erdbeben in der Region Gaziantep erfahren“, schrieb Scholz in einem Kondolenztelegramm am Montag.

Seine Gedanken seien bei den Verletzten und Angehörigen. „Deutschland steht bereit, bei der Bewältigung dieses Unglücks Hilfe und Beistand zu leisten“, schrieb er weiter.

Befand sich wohl im Epizentrum: Ehemaliger Bundesliga-Spieler bei Erdbeben verletzt

13.46 Uhr: Sorge um den in Deutschland geborenen Fußball-Profi Baris Basdas. Laut „Bild“-Zeitung befand sich der ehemalige Hannover-96-Spieler während des ersten Erdbebens in Malatyaspor, wo sich auch das Epizentrum des Bebens befand. Sein Berater Serdar Topcu sagte der Zeitung zunächst, dass er ihn nicht erreichen könne und er sich große Sorgen mache.

Inzwischen wurde bekannt, dass Basdas wohl aus dem zweiten Stock seines Hauses gesprungen ist und sich dabei schwer am Fuß verletzt hat. Er werde in einem nahegelegenen Krankenhaus behandelt. Dort bestehe aber aufgrund der zahlreichen Nachbeben weiterhin Lebensgefahr. Topcu zu „Bild“: „Es ist fürchterlich. Alle haben Todesangst. Es wird mehrere Tausend Tote geben.“07.05.2021, HDI-Arena, Hannover, Ligaspiel, 2. Bundesliga, Hannover 96 vs SV Darmstadt 98, im Bild Baris Basdas (23, Hanimago images/Joachim Sielski Baris Basdas spielte in Deutschland zuletzt bei Hannover 96. Dann wechselte er in die Türkei.

EU aktiviert Katastrophen-Mechanismus – Türkei bittet Nato um Hilfe

13.42 Uhr: Angesichts des Erdbebens im türkisch-syrischen Grenzgebiet hat die EU ihren Katastrophenschutz-Mechanismus aktiviert. „Europäische Unterstützung ist bereits auf dem Weg“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Europäer seien bereit, „auf jede erdenkliche Weise zu helfen“.

Die Türkei bittet ihre Nato-Partner um Unterstützung bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten. Nach einer am Montag von der Bündniszentrale in Brüssel veröffentlichen Aufstellung braucht sie medizinische Nothilfeteams, notfallmedizinische Ausrüstung sowie Such- und Rettungsteams, die auch unter schweren Bedingungen arbeiten können.

Derweil entsendete Malteser International ein Nothilfeteam. Caritas international stelle 100.000 Euro für die Hilfe bereit, sagte ein Sprecher der KNA. Mit Partnern in Syrien werde über weitere Hilfen vor Ort beraten. Zudem werde ausgelotet, welche Hilfe der Türkei angeboten werden könne. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellte zunächst 500.000 Euro für Nothilfemaßnahmen zur Verfügung.

590 Tote in Syrien – Erdbeben kostet mindestens 1500 Menschen das Leben

12.41 Uhr: Nach den Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion ist die Zahl der Todesopfer auf etwa 1500 gestiegen. In Syrien meldeten der stellvertretende Gesundheitsminister Ahmed Dhamirijeh sowie die Rettungsorganisation Weißhelme am Montag insgesamt 590 Tote. Mehr als 1600 Menschen wurden verletzt. Angesichts vieler Verschütteter werde die Zahl der Todesopfer vermutlich noch steigen, teilten die Weißhelme mit. 

Allein in der benachbarten Türkei kamen durch die Folgen der Erdbeben 912 Menschen ums Leben. Mehr als 5300 Menschen seien verletzt worden, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag.Erdbeben erschüttern Türkei und Syriendpa Eingestürzte Gebäude im syrischen Latakia

Weiteres Beben der Stärke 7,5 erschüttert die Türkei – 1400 Tote

11.51 Uhr: Ein weiteres Erdbeben der Stärke 7,5 hat die Südosttürkei erschüttert. Das Epizentrum habe in der Provinz Kahramanmaras gelegen, meldete die Erdbebenwarte Kandilli in Istanbul am Montag. Auch in Syrien und im Libanon bebte die Erde. 

Die Zahl der Toten in der türkisch-syrischen Grenzregion ist nach den ersten Beben vom Morgen auf mehr als 1400 gestiegen. Allein in der Türkei kamen 912 Menschen ums Leben. Mehr als 5300 Menschen seien verletzt worden, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag. Mehr als 2400 Menschen seien aus den Trümmern gerettet worden.Erdbeben erschüttern Türkei und Syriendpa Syrien, Idlib: Menschen betrachten die Trümmer eines zerstörten Wohnhauses.

In Syrien stieg die Zahl der Todesopfer auf 547 Tote. Rund 1600 Menschen seien verletzt worden, berichteten der stellvertretende Gesundheitsminister Ahmed Dhamirijeh im syrischen Staatsfernsehen sowie die Rettungsorganisation Weißhelme, die in von Rebellen kontrollierten Gebieten des Landes arbeitet.

Erdbeben in der Türkei und Syrien – Hier können Sie spenden 

Zahl der Toten steigt auf 1200

11.20 Uhr: Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf mehr als 1200 gestiegen. Wie der türkische Präsident Erdogan mitteilte, starben alleine in der Türkei mehr als 900 Menschen. In Syrien liegt die Zahl aktuell bei mehr als 330. Doch es werden noch viele Tote mehr befürchtet.

Alles, was Sie wissen müssen:

Bei Erdbeben im Südosten der Türkei und im Nordosten Syriens sind am Montag nach offiziellen Angaben mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. In der Türkei wurden am Morgen laut Präsident Erdogan mindestens 912 Tote gezählt. Mehr als 5300 Menschen seien verletzt worden. Für Syrien nannte der stellvertretende Gesundheitsminister Ahmed Dhamirijeh im Staatsfernsehen 230 Tote und mehr als 600 Verletzte in mehreren Provinzen. Die Hilfsorganisation SAMS, die in von Rebellen kontrollierten Gegenden in Syrien arbeitet, meldete mehr als 100 weitere Todesopfer.

Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hatte am frühen Montagmorgen die Südosttürkei erschüttert. Das Epizentrum lag nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad in der Provinz Kahramanmaras nahe der syrischen Grenze. Ein weiteres Beben der Stärke 6,6 sei kurz darauf in der Provinz Gaziantep gemessen worden.Erdbeben in der Türkeidpa Ein eingestürztes Gebäude ist nach einem Erdbeben in Pazarcik in der südtürkischen Provinz Kahramanmaras zu sehen. Zwei heftige Erdbeben haben kurz nacheinander am frühen Montagmorgen den Südosten der Türkei erschüttert.

Erdbeben in der Türkei und Syrien: „Die Lage ist sehr tragisch“

In Syrien stürzten laut Sana in zahlreichen Städten Gebäude ein. Fotos zeigten, wie Rettungsteams Menschen auf Tragbahren wegtrugen. Der Leiter des Nationalen Erdbebenzentrums Raed Ahmed sagte laut Sana, dies sei das stärkste Beben in Syrien seit 1995.

Die Rettungsorganisation Weißhelme sprach ihrerseits von vielen Toten. „Wir reagieren mit allem, was wir können, um diejenigen zu retten, die unter den Trümmern liegen“, sagte der Leiter der Gruppe, Raed Al Saleh. „Die Lage ist sehr tragisch“, sagte ein Mitglied der Gruppe.

In der Türkei sind nach Angaben des Innenministers mehrere Provinzen betroffen. Mindestens 1700 Gebäude seien in der Türkei eingestürzt. Rettungsteams aus dem ganzen Land würden zusammengezogen. Man habe zudem die Alarmstufe vier ausgerufen und damit auch um internationale Hilfe gebeten. Es sei zu insgesamt 22 teils starken Nachbeben gekommen.Erdbeben erschüttern Südosten der Türkei und Norden Syriensdpa Die Grafik zeigt den ungefähren Ort eines Erdbebens am frühen Montag im Südosten der Türkei.

Türkischer Präsident Erdogan meldet sich auf Twitter zu Wort

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schrieb auf Twitter: „Wir hoffen, dass wir diese Katastrophe gemeinsam in kürzester Zeit und mit möglichst geringem Schaden überstehen.“

Griechenland erklärte sich trotz der schweren Spannungen mit der Türkei bereit, Rettungsmannschaften in das Erdbebengebiet im Nachbarland zu schicken. „Griechenland wird sofort helfen“, erklärte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Auch Israel will der Türkei humanitäre Hilfe leisten. Der israelische Verteidigungsminister Joav Galant wies Armee und Verteidigungsministerium am Montag an, entsprechende Vorbereitungen zu treffen.Erdbeben erschüttern Türkei und Syriendpa Menschen stehen vor eingestürzten Gebäuden in der Türkei.

Erst 2020 gab es ein schweres Erdbeben in der Türkei

Die Türkei ist immer wieder von schweren Erdbeben betroffen. Dort grenzen zwei der größten Kontinentalplatten aneinander: die afrikanische und die eurasische. Der größte Teil der türkischen Bevölkerung lebt faktisch in ständiger Erdbebengefahr.

Bei einem der folgenschwersten Beben der vergangenen Jahre kamen im Oktober 2020 in Izmir mehr als 100 Menschen ums Leben. Im Jahr 1999 war die Türkei von einer der schwersten Naturkatastrophen in ihrer Geschichte getroffen worden: Ein Beben der Stärke 7,4 in der Region um die nordwestliche Industriestadt Izmit kostete mehr als 17 000 Menschen das Leben. Für die größte türkische Stadt Istanbul erwarten Experten in naher Zukunft ebenfalls ein starkes Beben.

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