Die Zahl der an einer Überdosis gestorbenen Personen in den USA hat im Jahr nach Beginn der Pandemie um 30 Prozent zugenommen. Die anhaltende Opioid-Krise wurde durch die Corona-Pandemie noch zusätzlich verstärkt.
(dpa) In den USA hat die Zahl der Drogentoten während der Corona-Pandemie laut vorläufigen Daten einen traurigen Rekord erreicht. Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC veröffentlichte am Mittwoch erste Zahlen zu den Drogentoten innerhalb von zwölf Monaten bis April 2021. Nach offiziellen Schätzungen der Behörde starben in diesem Zeitraum mehr als 100 000 Menschen an einer Überdosis – 28,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als je zuvor innerhalb von zwölf Monaten. Seit 2015 hat sich die Zahl der an einer Überdosis verstorbenen Personen mehr als verdoppelt. Eine Überdosis ist damit die häufigere Todesursache in den USA als Autounfälle und Schusswaffen kombiniert.
Der amerikanische Präsident Joe Biden sprach von einem «tragischen Meilenstein». Im Kampf gegen die Corona-Pandemie dürfe diese andere Epidemie nicht in Vergessenheit geraten. Biden versprach, seine Regierung werde alles in ihrer Macht Stehende tun, um gegen Abhängigkeit im Land vorzugehen und die Opioid-Krise zu beenden.
Die Opioid-Epidemie grassiert in den USA bereits seit Jahren. Fehlender Zugang zu Behandlungen und die Zunahme von psychischen Erkrankungen aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie haben die Drogenkrise nochmals verschärft. Die Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits zuvor beklagt, dass die Corona-Pandemie zu einer Zunahme der Zahl von Drogentoten führe.
Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren insgesamt gestiegen. Im Kalenderjahr 2020 waren laut CDC mehr als 93 000 Menschen an einer Überdosis gestorben – ein Anstieg um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Trend setzte sich nun fort.



