Thüringentrend

MDR-Umfrage sieht AfD in Thüringen erstmals vor Linke

24.02.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Im aktuellen Thüringentrend liegt die AfD bei 24 Prozent auf Platz eins. Bildrechte: dpa

Die AfD ist in Thüringen erstmals die stärkste landespolitische Kraft. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest-dimap im Auftrag des MDR ergeben. Die Zufriedenheit der Menschen mit der Arbeit der Landesregierung fällt auf den schlechtesten Wert seit 2019. Erhoben wurden auch die Einstellungen zu Neuwahlen, Impfpflicht und Corona-Lockerungen.

Sonntagsfrage: AfD in Thüringen erstmals auf Platz eins

Laut einer aktuellen MDR-Umfrage liegt die AfD in Thüringen erstmals auf Platz eins in der Wählergunst. Im aktuellen Thüringentrend des Meinungsforschungsinstituts infratest-dimap kommt die AfD auf 24 Prozent. Sie liegt damit knapp vor der Linken, die auf 23 Prozent der Stimmen käme, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre. Damit hat die „Alternative für Deutschland“ erstmals die Linke hinter sich gelassen.

Die CDU käme bei einer Wahl auf 19 Prozent. Die SPD liegt bei 15 Prozent. Im Parlament vertreten wären auch wieder Grüne und FDP – die Grünen mit fünf Prozent denkbar knapp, die FDP mit sieben Prozent etwas komfortabler. Die rot-rot-grüne Regierungskoalition hätte auch nach dieser Umfrage keine Mehrheit. Auch für eine Vierer-Koalition aus CDU, SPD, FDP und Grünen würde es nicht reichen.

Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung

43 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden oder sehr zufrieden – der schlechteste Wert seit der Landtagswahl 2019. Zuspruch erhält die rot-rot-grüne Minderheitsregierung vor allem aus den eigenen Reihen. So gaben Anhänger der Linken zu 78 Prozent, SPD-Anhänger zu 68 Prozent und Anhänger der Grünen zu 64 Prozent an, mit der Regierungsarbeit zufrieden zu sein.

Bei befragten CDU-Anhängern gaben 63 Prozent an, unzufrieden mit der Arbeit der Regierung zu sein. Kritik üben 70 Prozent der FDP-Anhänger und 87 Prozent der AfD-Anhänger.

Wie ist die Meinung zu Neuwahlen?

Auch das Fehlen einer Mehrheitskoalition bleibt für die meisten Menschen im Freistaat unbefriedigend. Sechs von zehn (62 Prozent) der Thüringer plädieren für zeitnahe Neuwahlen. Für eine Fortsetzung der Arbeit der rot-rot-grünen Minderheitsregierung sprachen sich hingegen 30 Prozent aus.

Zuspruch erhält die Minderheitsregierung allein von 70 Prozent der Anhänger der Linken. Bei den Koalitionspartnern SPD und Grüne sind 54 Prozent und 60 Prozent für Neuwahlen. Auch bei den Anhängern der Oppositionsparteien CDU (70 Prozent), FDP (71 Prozent) und AfD (88 Prozent) werden Neuwahlen mehrheitlich vorgezogen.

Was halten Thüringer von einer Impfpflicht?

Gut die Hälfte der Thüringer befürwortet eine allgemeine Corona-Impfpflicht. Nach der Umfrage von infratest-dimap im Auftrag des MDR sind 51 Prozent der Befragten der Meinung, dass alle Erwachsenen verpflichtet werden sollen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

46 Prozent lehnen das ab. Vor allem Anhänger der AfD, aber auch der FDP sprechen sich gegen eine Impfpflicht aus. In allen anderen Lagern überwiegen die Befürworter – die meisten von ihnen gibt es unter den SPD-Anhängern, bei denen 77 Prozent für eine Impfpflicht sind.

Wie angemessen sind Lockerungen der Corona-Regeln?

Zwei Drittel (66 Prozent) der Thüringer haben wenig oder gar kein Verständnis für die Demonstrationen gegen die Corona-Politik. Eine Minderheit von insgesamt 32 Prozent hat großes oder sehr großes Verständnis für die Proteste.

69 Prozent der Befragten halten es für angemessen, dass die Corona-Regeln ab März bundesweit gelockert werden. 27 Prozent finden das nicht angemessen. Die meisten Fürsprecher gibt es bei den Anhängern von FDP (80 Prozent) und AfD (84 Prozent). Ältere Thüringer über 65 Jahren äußern sich etwas verhaltener, aber auch sie sind mit 62 Prozent mehrheitlich für Lockerungen der Corona-Regeln.

Daten zur UmfrageFür den Thüringentrend befragte infratest-dimap im Auftrag des MDR vom 17. bis 22. Februar 2022 insgesamt 1.158 repräsentativ ausgewählte Thüringerinnen und Thüringer.

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