Bayern widerlegt Lauterbach

Maskenpflicht weg – Corona-Zahlen niedrig

13.01.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Nicht ohne meine Maske: Karl Lauterbach (59, l.) mit Bundeskanzler Olaf Scholz (64, beide SPD) Foto: Kay Nietfeld/dpa

Karl Lauterbach (59, SPD) hat ein vorzeitiges Ende der Maskenpflicht in Fernzügen in Aussicht gestellt. Doch noch sei es zu früh, sagte der Bundesgesundheitsminister dem Magazin „stern“.

Bayern dagegen machte schon vor vier Wochen Schluss mit dem Grundrechtseingriff. Negative Effekte auf die Corona-Lage? Gab es laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (58, CSU) nicht!

Holetschek zu BILD: „Direkte Auswirkungen der Aufhebung der Maskenpflicht auf die Infektionslage in Bayern sind nicht nachweisbar.“ Bayern sei bei der 7-Tage-Inzidenz „am unteren Ende der Tabelle zu finden“.

Es wird aber empfohlen, freiwillig weiter Maske im ÖPNV zu tragen.

Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Menschen und des Gesundheitssystems würden fortlaufend geprüft, so Holetschek: „Die Lage stellt sich inzwischen gänzlich anders dar als noch zu Beginn der Pandemie. So ist die Immunitätslage in der Bevölkerung hoch – durch Impfungen oder durchgemachte Infektionen.“ Außerdem führe die vorherrschende Virusvariante Omikron zwar oft zu symptomatischen, aber in der Regel nicht zu schweren Krankheitsverläufen.

► Auch Schleswig-Holstein, das die Maskenpflicht zu Jahresbeginn abschaffte, verzeichnet sinkende Zahlen bei Neuinfektionen und Krankenhausfällen. Lag die Inzidenz in den Weihnachtstagen noch bei rund 330, sind es heute nur noch 103 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen (Stand 12. Januar).

► Ebenso Sachsen-Anhalt, wo die Maskenpflicht am 8. Dezember endete. Dort blieben die Fallzahlen zunächst konstant bei rund 240 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Noch vor Weihnachten sanken sie kontinuierlich. Aktuelle Inzidenz: 96,6 (Stand 12. Januar).

Bayerns Gesundheitsminister Holetschek schaffte die Maskenfplicht ab – und sieht seine Entscheidung durch die Corona-Zahlen bestätigt
Bayerns Gesundheitsminister Holetschek schaffte die Maskenpflicht ab – und sieht seine Entscheidung durch die Corona-Zahlen bestätigt
Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Fazit von Bayerns Gesundheitsminister Holetschek: „Die Corona-Winterwelle, vor der Karl Lauterbach fast ununterbrochen gewarnt hat, ist bislang ausgeblieben.“ Lauterbach solle die Maskenpflicht im Fernverkehr zum 1. Februar in eine Empfehlung umwandeln, fordert Holetschek.

Und das RKI solle seine Empfehlungen zur Isolation an die aktuelle Infektionslage anpassen. Denn: „Corona-Infektionen machen aktuell nur einen sehr geringen Prozentsatz der Atemwegserkrankungen aus; andere Erkrankungen wie RSV-Infektionen und vor allem Influenza – für die keine Isolationspflicht besteht! – spielen eine weitaus größere Rolle.“ Die Bundesländer, die noch immer an der Isolationspflicht festhalten, sollten diese aufheben, so Holetschek.

In den Ländern kippt die Maskenpflicht für Bus und Bahn fast überall. Nach Bayern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein wird sie auch in Berlin (zum 2.2.), Brandenburg (zum 2.2.), Thüringen (zum 3.2.), Mecklenburg-Vorpommern (zum 2.2.), Sachsen (zum 16.1.), Baden-Württemberg (zum 31.1.) und Bremen (zum 1.3.) abgeschafft. Niedersachsen will sie ebenfalls im Februar beenden, nannte aber noch kein Datum.

Noch nicht festgelegt haben sich: Hamburg, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

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