Leipziger Eisenbahnstraße

Mann (19) in Waffenverbotszone niedergestochen

02.06.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Eigentlich hätte die Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße längst abgeschafft sein sollen Foto: Sebastian Willnow/dpa

Leipzig – Im Februar 2021 sprach sich der Leipziger Stadtrat für die Abschaffung der Waffenverbotszone an der Eisenbahnstraße aus. Im Juni 2021 wollte der mittlerweile gefeuerte Innenminister Roland Wöller (51, CDU) die Zone zügig überwinden. Sie gilt jedoch noch immer. Und sie interessiert Kriminelle offenbar noch immer nicht. Bei einer Messerstecherei wurde jetzt ein 19-Jähriger schwer verletzt.

Das spätere Opfer war am Mittwoch, kurz vor 23 Uhr, vor einem Imbiss am Rabet mit zwei Männern in Streit geraten. Worum es ging? Unklar!

Fest steht: „In der Folge kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der auch ein Elektroschock- und ein Reizstoffsprühgerät eine Rolle spielten“, sagte Polizeisprecherin Mariele Koeckeritz am Donnerstag.

Der 19-Jährige flüchtete in eine Kneipe. Seine Widersacher folgten ihm. Koeckeritz: „Durch die zwei unbekannten Tatverdächtige wurde hierbei auch ein Messer eingesetzt. Einer der beiden Unbekannten soll auch einen schusswaffenähnlichen Gegenstand bei sich geführt haben.“

Das Opfer wurde schwer verletzt in die Klinik gebracht. Lebensgefahr bestehe nicht, hieß es von der Polizei. Die Täter konnten entkommen. Die Fahndung läuft.

Im Sommer 2016 war bei einer Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Rockergangs auf der Eisenbahnstraße ein junger Mann erschossen worden. Nach weiteren Auseinandersetzungen wurde die Straße im Leipziger Osten 2018 zur Waffenverbotszone. Der Gewalt brachte die keinen Einhalt, woraufhin der Stadtrat im Februar 2021 die Zone wieder abschaffen wollte. Bis heute hängen allerdings die Schilder. Waffen dürfen dort weiterhin nicht mitgeführt werden.

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