Corona-Expertenrat

Lockdown im Herbst nicht ausgeschlossen

08.06.2022
Lesedauer: < 1 Minute
Heyo Kroemer, Vorsitzender des Corona-ExpertInnenrats und Vorstandsvorsitzender der Berliner Charité am Mittwoch bei der Vorstellung der Stellungnahme des Expertenrates. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung schließt mit Blick auf den Herbst einen erneuten Lockdown nicht aus.

In einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Stellungnahme heißt es, dass durch einen nachlassenden Schutz gegen eine Corona-Infektion bei Älteren „weiterhin eine relevante Immunitätslücke“ bestehe.

Zu zusätzlichen Infektionen könnten demnach Influenzaviren und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) führen. Der Vorsitzende des Rates, Heyo Kroemer, sagte, es gehe ausdrücklich nicht darum, dramatische Bilder zu erzeugen, sondern darum, nüchtern über Maßnahmen zur Vorbereitung nachzudenken.

In dem Papier fordert der Rat daher die „Schaffung einer soliden rechtlichen Grundlage für mögliche Schutzmaßnahmen“, unter anderem für „Kontaktreduktionsmaßnahmen“.

Drei Szenarien für Herbst und Winter

Die Experten rechnen dabei mit drei verschiedenen Szenarien für den Herbst und Winter:

▶︎ Falls die Corona-Lage bleibt, wie sie ist, könne die Zahl der Arbeitsausfälle wieder zu Masken- und Abstandspflichten in Innenräumen sowie regionalen Kontaktbeschränkungen führen.

▶︎ Im ungünstigsten Szenario würde eine neue Virusvariante dominant, die erneut die Zahl der schweren Verläufe ansteigen lässt. Erst gegen Frühjahr 2023 könnten dann Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgebot wieder zurückgefahren werden.

▶︎ Im günstigsten Szenario wären wiederum massive Schutzmaßnahmen nicht nötig, was aber zu mehr Infektionen hauptsächlich bei jüngeren Kindern führen könne.

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