Millionenteure Immobilie

Lindner warb für Bank, die ihm Geld für sein Haus lieh

22.10.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Christian Lindner (FDP): Ein Immobilienkauf des Finanzministers wirft Fragen auf. (Quelle: Imago Images/imago images)

Ein Immobilienkauf von Christian Lindner wirft Fragen auf. Eine Bank, für die er zuvor Vorträge hielt, soll ihm ungewöhnlich viel Geld geliehen haben.

Ein Immobiliengeschäft von FDP-Chef Christian Lindner wirft Fragen auf. Laut einem Bericht des „Spiegel“ soll Lindner Anfang 2021 ein Zweifamilienhaus in Berlin für 1,65 Millionen Euro gekauft haben. Finanziert wurde der Kauf dem Bericht zufolge mit Geld der BBBank, für die Lindner zuvor mehrere Vorträge gehalten und Honorar kassiert haben soll. Zudem soll Lindner in einem Image-Video der Bank zu sehen gewesen sein.

Zwischen 2017 und 2019 soll Lindner an sieben Abenden als „Stargast“ der Bank aufgetreten sein. Dabei erhielt er Zahlungen zwischen 35.000 und 73.000 Euro. Die Abende sollen laut Angabe der Bank dazu gedient haben, Neukunden zu werben.

Anwalt und Bank verteidigen sich

Die Bank soll den Kauf durch mehrere Kredite ermöglicht haben, wodurch eine Grundschuld von 2,8 Millionen Euro entstand, die den Kaufpreis des Hauses deutlich übersteigt. Lindner selbst äußerte sich zu dem Bericht nicht. Sein Anwalt teilte mit, die Kreditvergabe sei zu „absolut marktüblichen Konditionen“ erfolgt.

Dass der Kredit höher als der Kaufpreis sei, habe damit zu tun, dass die Immobilie noch unsaniert gewesen sei. Man habe alle gesetzlichen Regeln „vollumfänglich“ befolgt. Die BBBank teilte mit, man beachte selbstverständlich „die geltenden rechtlichen Anforderungen“ und die gleichen Kreditvergaberichtlinien für alle Kunden. Zu der konkreten Finanzierung des Hauses von Lindner machte die Bank keine Angaben.

In der Wahlperiode von 2017 bis 2021 zählte Lindner zu den Abgeordneten im Bundestag mit den höchsten Nebeneinkünften. Anhand der gemeldeten Honorare ergeben sich Einnahmen zwischen einer halben und einer Million Euro. Seit der aktuellen Wahlperiode sind bezahlte Vorträge von Abgeordneten grundsätzlich verboten.

Verwendete Quellen

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