Selenskyj-Partei will Ausland bitten

Liefert uns die Fahnenflüchtigen aus!

01.09.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj bei seinem Besuch in einem Soldaten-Ausbildungszentrum in Aachen (Mai 2023) Foto: zelenskiy.official/Facebook

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (45) will härter gegen wehrpflichtige Männer vorgehen, die sich vor dem Dienst in der Armee – und damit dem Kampf gegen die russischen Invasoren – gedrückt haben.

Es würden alle Fälle von Ausmusterungen wegen angeblicher Dienstuntauglichkeit seit Kriegsbeginn überprüft, bei denen es einen Verdacht auf Schmiergeldzahlungen gebe, sagte er diese Woche in einer Videoansprache.

Besonders im Visier: Männer, die nach einer „verdächtigen“ Entscheidung der Musterungskommission ins Ausland ausgereist seien. Für die Befreiung vom Wehrdienst seien 3000 bis 15 000 US-Dollar (bis zu 13 700 Euro) gezahlt worden, berichtete Selenskyj. Wegen des Korruptionsskandals tauschte die Regierung bereits alle Leiter der Musterungsbehörden aus.

Selenskyjs Parteifreund prescht vor

Und jetzt steht sogar ein weiterer, drastischer Schritt im Raum: Der Fraktionschef von Selenskyjs Partei, David Arahamia, bringt die Auslieferung von Fahnenflüchtigen aus dem Ausland ins Spiel. So könnte die durch Verluste aus 18 Monaten Krieg geschwächte Armee massiv verstärkt werden.

Noch ist die Entscheidung nicht getroffen. Doch sie würde auch Tausende, womöglich Zigtausende nach Deutschland geflüchtete Ukrainer betreffen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums (Stand Februar) sind nach Beginn des russischen Angriffskriegs 163 287 männliche, wehrfähige Ukrainer nach Deutschland eingereist (Stand: Februar 2023).

Etwa 250 000 aktive Soldaten dienen derzeit der ukrainischen Armee, verteidigen ihr Land gegen Putins Invasion
Etwa 250 000 aktive Soldaten dienen derzeit in der ukrainischen Armee, verteidigen ihr Land gegen Putins Invasoren
Foto: action press

Laut Untersuchung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates hat sich das Ausmaß von falschen Befreiungen, Bestechung und Flucht ins Ausland dramatisch erhöht: „Es gibt Regionen, in denen sich die Zahl der Wehrdienstbefreiungen aufgrund von Entscheidungen der Ärztekommission seit Februar vergangenen Jahres verzehnfacht hat“, beklagte Selenskyj.

Hintergrund: Die ukrainische Armee hat derzeit etwa 250 000 aktive Soldaten. Die Zahl der Kriegsgefallenen ist geheim. In einem EU-Geheimdienstbericht war zuletzt von 13 000 Todesopfern die Rede – deutlich weniger als aufseiten der russischen Invasoren.

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