Friedrichshafen – Unfassbarer Fall von Steuergeld-Verschwendung am Bodensee. Das Landratsamt in Friedrichshafen wollte Flüchtlinge in einem ehemaligen Hotel unterbringen, gab dafür 800 000 Euro aus – doch kein einziger Asylbewerber zog jemals ein. Skandal Nummer zwei: Die Misswirtschaft sollte unter den Teppich gekehrt werden!
Wie der „Südkurier“ berichtet, agierte das Landratsamt beim Flüchtlings-Ansturm 2015 völlig planlos. Mit der Besitzerin des leerstehenden Hotels „Adler“ in Sipplingen (Bodenseekreis) wurde ein neunjähriger Mietvertrag geschlossen, jeden Monat flossen 6400 Euro Kaltmiete plus Nebenkosten. Das Problem: Erst nach Vertragsunterzeichnung stellte die Behörde fest, dass u.a. Fluchtwege und Brandschutzmauern fehlten.
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Es hätte eine halbe Million Euro gekostet, den „Adler“ für Migranten herzurichten. Das war dem Landkreis zu teuer – und so steht das Hotel seit acht Jahren leer.
Lars Gäbler (34), Sprecher des Landratsamts Bodenseekreis, zu BILD: „Eine Ausstiegsklausel aus dem Mietvertrag gab es nicht, weil Eigentümer damals am längeren Hebel saßen und um die Not der Verwaltung auf dem knappen Immobilienmarkt wussten.“
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Erst im Mai 2021 kaufte sich der Landkreis für 288 000 Euro aus dem Vertrag frei – exakt der Betrag, den man ohnehin bis zum Ende der Laufzeit (Februar 2025) hätte überweisen müssen. Eingespart wurden lediglich 58 000 Euro Nebenkosten.
Das alles wollte Landrat Lothar Wölfle (65, CDU) verheimlichen. Mehrere Anfragen des „Südkurier“ zu den Kosten des Flüchtlings-Deals wurden abgeblockt, ehe die Zeitung vors Verwaltungsgericht zog und der Landkreis zur Offenlegung gezwungen wurde.
Nun ist die Empörung groß. Kreisrat Gerhard Brugger (56, FDP) zu BILD: „Die Verantwortlichen müssen nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Trauerspiel, wie hier mit unserem Steuergeld umgegangen wurde!“
Derweil hat sich der verantwortliche Landrat Wölfle im Mai in den Ruhestand verabschiedet. Innenminister Thomas Strobl (63, CDU) lobte ihn bei der Abschieds-Zeremonie überschwänglich. Er sei ihm dankbar, so Strobl, denn Wölfle habe beim Krisenmanagement für Flüchtlinge „viel bewegt“…


