Corona-Regeln

Kuriose Szene beim EU-Gipfel – Merkel will von der Leyen nicht die Hand geben

22.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Angela Merkels wohl letzter EU-Gipfel ist kein einfacher, die steigenden Energiepreise und Polens Umgang mit EU-Recht sorgen für Uneinigkeit. Immerhin einen heiteren Moment gab es. Quelle: WELT

Darf man wieder Hände schütteln? Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint diese Frage für sich mit Nein zu beantworten. Beim EU-Gipfel zuckte sie zurück, als Ursula von der Leyen sie begrüßen wollte – das Resultat war, nun ja, kurios.

Der Handschlag ist in Verruf geraten, und das nicht erst seit gestern. Wer Hände schüttelt, kann Viren übertragen, das haben Experten zu Beginn der Corona-Pandemie immer wieder betont, und bei vielen Menschen führte die Ansage zu einem kleinen Kulturwandel: Zur Begrüßung reicht jetzt ein Lächeln, alternativ wird der etwas umständliche Corona-Gruß mit den Ellbogen aufgeführt oder auf den deutlich einfacheren Faustcheck zurückgegriffen.

Aber es gibt Ausnahmen. Situationen, in denen einem sozusagen die Hand ausrutscht, so geschehen am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel. Auf einem Video ist zu sehen, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Bundeskanzlerin Angela Merkel zugeht. Von der Leyen streckt die Hand aus. Merkel, vorsichtig und auf Medienwirkung bedacht wie immer, zieht ihre schnell zurück. Kurz zucken beide Frauen zusammen.

Dann kommt es zum seltsamsten Handschlag, den man in der Politik seit Langem beobachten konnte: Merkel streckt ihrer CDU-Kollegin die Faust entgegen, von der Leyen nimmt diese in beide Hände. Auf beiden Seiten wird gelächelt. Daneben steht der zyprische Präsident Nikos Anastasiadis, der es auch nach anderthalb Jahren Pandemie nicht schafft, seine Maske über die Nase zu ziehen.

Für Merkel ist es der wahrscheinlich letzte EU-Gipfel. Dementsprechend haben führende Politiker der scheidenden Bundeskanzlerin ihre Anerkennung ausgesprochen. Merkel sei eine „Kompromissmaschine“, sagte der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel am Freitag. Als „Ruhepol in der EU“ bezeichnete sie der neue österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg.

Der belgische Regierungschef Alexander De Croo erklärte, Merkel habe 16 Jahre lang Europa geprägt. Er lobte ihre „Humanität“ und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass auch der nächste Kanzler „eine wichtige Rolle in Europa spielen wird“. Merkel ist derzeit die dienstälteste EU-Verhandlerin. Sie hat mehr als 100 EU-Gipfel mit nächtelangen Debatten hinter sich – und mit unzähligen Handschlägen.

gub

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