"Schmeckt nicht schlecht"

Kretschmann hält Insekten essen für „geboten“

24.01.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Insekten werden "eine große Rolle spielen in der Ernährung der Menschheit in Zukunft", meint Kretschmann. (Foto: picture alliance/dpa)

Ob als Pulver oder gefroren: Ab sofort dürfen Hausgrillen in Lebensmitteln verwendet werden. Was für einige befremdlich klingen mag, hält Winfried Kretschmann für einen „vernünftigen Weg“. Der baden-württembergische Ministerpräsident hat die kleinen Proteinbomben sogar selbst schon probiert.

Würmer, Heuschrecken und Grillen sollten aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann künftig eine wichtige Rolle bei der Lebensmittelversorgung der Gesellschaft spielen. „Von der Sache her ist es durchaus geboten“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. „Das wird eine große Rolle spielen in der Ernährung der Menschheit in Zukunft.“ Es sei ein „vernünftiger Weg“, der ökologisch sinnvoll sei, um an Proteine zu kommen. Ein erster Schritt dabei wäre aus seiner Sicht, aus Insekten Tierfutter herzustellen.

Der Regierungschef warnte allerdings vor hohen kulturellen Schranken in Europa, was das Essen von Insekten angehe. Diese Zurückhaltung dürfe nicht unterschätzt werden, aber der Weg müsse beschritten werden. Er selbst habe bereits Insekten probiert, berichtete Kretschmann bei einer Feier in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin. Er könne sich nicht mehr genau erinnern, was er gegessen habe – es sei kein besonderes Geschmackserlebnis gewesen, aber schlecht habe es nicht geschmeckt.

Von Dienstag an dürfen Hausgrillen in Lebensmitteln verwendet werden. Dann tritt ein neues EU-Gesetz in Kraft, wonach die auch als Heimchen bekannten Insekten gefroren, getrocknet oder als Pulver verwendet werden können. Zwei Tage später gilt das dann auch für Larven des Getreideschimmelkäfers. Ähnliche Regeln gibt es bereits für Wanderheuschrecken und Larven des Mehlkäfers. Insekten gelten als nahrhaft und reich an Proteinen und zählen in vielen Ländern zur gewöhnlichen Küche. Sie können auch zu einer nachhaltigen Ernährung beitragen, da sie verhältnismäßig ressourcenschonend gezüchtet werden können.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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