Es ist eine Momentaufnahme, die aufhorchen lässt: Wenn in Sachsen gewählt werden würde, hätte das schwarz-rot-grüne Regierungsbündnis derzeit keine Mehrheit. Statt der CDU wäre die AfD die stärkste Kraft im Dresdener Landtag.
Erst 2024 wählt Sachsen einen neuen Landtag. Derzeit wären die politischen Kräfteverhältnisse aber wohl bemerkenswert: Nach einer neuen Umfrage würde das derzeitige schwarz-rot-grüne Regierungsbündnis in Sachsen bei einer Landtagswahl keine Mehrheit mehr haben
CDU, Grüne und SPD kämen demzufolge lediglich auf 43 Prozent, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa berichtet.
Die AfD würde demnach mit 26 Prozent stärkste Kraft – zwei Punkte vor der CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer. Insa befragte dem Bericht zufolge vom 18. bis 25. Mai 1000 Wahlberechtigte.
Den jetzt mitregierenden Sozialdemokraten würden laut Umfrage nur noch sechs Prozent der Befragten ihre Stimme geben, die Grünen könnten hingegen mit 13 Prozent rechnen. Für die FDP verbuchen die Demoskopen zwölf, für die Linke elf Prozent.
Im Vergleich zur letzten Umfrage Anfang Januar 2021 verliert die CDU sehr deutlich (minus zehn), großer Gewinner ist die FDP (plus sieben). Auch die Grünen gewinnen (plus drei), SPD verliert leicht (minus eins). Linke und AfD blieben dagegen unverändert.
AfD verliert sogar – aber die CDU noch mehr
Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die AfD im Freistaat mit 27 Prozent der Stimmen hauchdünn vor der CDU (26,9 Prozent) gelegen. Zwei Jahre später konnte die Union bei der Landtagswahl das Blatt wenden und siegte mit 32,1 Prozent vor der AfD (27,5).
Da die AfD nach Lage der Dinge keinen Koalitionspartner hätte, liefe es derzeit aber laut der Zeitung wohl wieder auf eine CDU-geführte Regierung hinaus. Dabei würde es für eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP reichen, die hiernach auf 49 Prozent käme.


