Außenministerin Baerbock drängt auf größere Anstrengungen gegen die Erderwärmung. Der Ukrainekrieg werde nicht für Abstriche beim Klimaschutz sorgen. Stattdessen könne die russische Aggression auch ein »Booster« sein.
Auf Deutschland rollt derzeit eine Hitzewelle zu, die Folgen der Erderwärmung rücken damit einmal mehr in den Vordergrund. Beim Petersberger Klimadialog beraten ab heute Minister und Vertreter aus etwa 40 Staaten, um sich über den weiteren Kurs im Kampf gegen den Klimawandel abzustimmen.
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) betonte zum Auftakt der Veranstaltung die Größe der Herausforderung: »Die Klimakrise macht an keiner Grenze halt«, sagte Baerbock. Sie sei »mittlerweile das größte Sicherheitsproblem für alle Menschen auf dieser Erde«. Deswegen dürften auch die Antworten auf die Klimakrise »an keiner Grenze haltmachen«.
Baerbock verwies auf die bedrohliche Entwicklung durch die Klimaerwärmung in Afrika, aber auch auf die verheerenden Brände der vergangenen Wochen in Südeuropa sowie die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr im Ahrtal . »Wir müssen unsere gemeinsamen Kraftanstrengungen intensivieren«, sagte Baerbock. Denn in den vergangenen Jahren sei »viel zu viel Zeit verplempert« worden. Der Petersberger Klimadialog sei »ein zentraler Baustein, um den Weg zu bereiten zu einer erfolgreichen Weltklimakonferenz im November diesen Jahres«.
»Megakraftanstrengung, die wir nur gemeinsam stemmen können«
Die Ministerin erinnerte zugleich an die Ziele des Pariser Klimaabkommens sowie der Europäischen Union, die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken. »Wir haben nicht 10, 20, 30 Jahre, nein, uns bleiben noch acht Jahre, um die weltweiten Emissionen nahezu um die Hälfte zu senken«, sagte Baerbock. Sie sprach von einer »Megakraftanstrengung, die wir nur gemeinsam stemmen können«.
Gleichzeitig befinde sich die Menschheit in einer Situation, »in der sich die weltweiten Krisen überlappen«. Dazu zählten auch die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Lebensmittelversorgung weltweit.
Baerbock sieht Ukrainekrieg als »Booster« für Ausbau der Erneuerbaren
Auch wenn Deutschland nun wegen der Einschränkung der russischen Gaslieferungen wieder verstärkt Kohlekraftwerke ans Netz bringt, zeigte sich Baerbock überzeugt, dass der russische Angriffskrieg zu einem »Booster für den Ausbau der erneuerbaren Energien« werde. Denn diese seien »die beste Sicherheitsgarantie dafür, unabhängig zu werden von fossilen Importen und damit auch unabhängig zu werden von autokratischen Regierungen weltweit«.
Im Zentrum des Petersberger Klimadialogs in Berlin stehen laut Angaben der Bundesregierung »Fragen der Klimaanpassung, der Klimafinanzierung und zum Umgang mit Verlusten und Schäden«. Das Treffen, bei dem Ägypten Co-Gastgeber ist, soll die Weichen stellen für die bevorstehende Weltklimakonferenz COP 27 im ägyptischen Scharm el-Scheich. Diese solle »zu einem Katalysator für den weltweiten Klimaschutz und einer zentralen Wegmarke werden, um die Welt auf den 1,5-Grad-Pfad zu führen«, hieß es von der Bundesregierung. f
ek/dpa/AFP



