Klimagipfel in Dubai: Russland lehnt Verzicht auf fossile Brennstoffe ab

11.10.2023
Lesedauer: 4 Minuten
Russland exportiert täglich große Menge fossiler Brennstoffe in die ganze Welt. Ein globales Nutzungsverbot könnte wirtschaftliche Konsequenzen haben. Foto: Pool Sputnik Kremlin/AP

Auf der UN-Klimakonferenz in Dubai im November soll ein globales Abkommen zum Verzicht auf fossile Brennstoffe kommen. Russland stellt sich laut einem Bericht dagegen.

Die USA und die Mitgliedstaaten der Europäischen Union planen ein globales Abkommen zur Reduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe. Auf der UN-Klimakonferenz COP27 in Dubai im November soll ein genauer Zeitplan erarbeitet werden.

Doch schon jetzt gibt die russische Regierung bekannt, dass sie ein globales Klimaabkommen ablehnen wird. Darüber berichtet die britische Zeitung Financial Times (FT) unter Berufung auf eine Stellungnahme des Landes an das UN-Klimagremium.

Russland stellt sich quer: Verzicht auf fossile Brennstoffe wird abgelehnt

„Wir lehnen alle Bestimmungen oder Ergebnisse ab, die eine bestimmte Energiequelle oder Art fossiler Brennstoffe in irgendeiner Weise diskriminieren oder zum Ausstieg fordern“, zitiert Bloomberg aus der russischen Stellungnahme. Die Position des Kremls geht dabei in eine ganz andere Richtung als die der amerikanischen Regierung. Um in den nächsten Jahrzehnten das Ziel der Netto-Null-Emission zu erreichen, fordert die US-Regierung alle Staaten dazu auf, die Nutzung fossiler Brennstoffe schnellstmöglich auf ein Minimum zu reduzieren. Der Widerstand Russlands als eines der führenden Öl-, Gas- und Kohleproduzenten könnte einen neuen Klimapakt untergraben.

Dass der Kreml sein Geschäft mit fossilen Brennstoffen nicht aufgeben will, mag auch daran liegen, dass Russland weltweit der drittgrößte Rohölproduzent ist, obwohl die Produktion seit Beginn des Ukraine-Kriegs zeitweise deutlich zurückging und in den letzten Monaten wieder stieg. Spannungen zwischen den westlichen Mächten und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine bestehen, könnte die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zusätzlich erschweren. Wie die Financial Times berichtet, gehen die Gremien der 180 teilnehmenden Gipfelstaaten von harten Verhandlungen aus, die ab dem 30. November in Dubai geführt werden. 

In einem „Blueprint“-Bericht der Vereinten Nationen vom letzten Mittwoch ist die Rede von einer Bestandsaufnahme, die auf der COP28 vorgenommen werden soll. Es soll überprüft werden, welche Maßnahmen seit dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 umgesetzt wurden und was noch getan werden muss, um die globale Erderwärmung möglichst gering zu halten. Im vergangenen Jahr, auf der COP27 in Ägypten, unterstützten mehr als 80 Länder den Vorschlag eines schrittweisen Verzichts fossiler Brennstoffe.

Im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens einigten sich die teilnehmenden Staaten darauf, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius und idealerweise 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Wissenschaftler des Gremiums der Vereinten Nationen teilten daraufhin mit, dass dies nur möglich ist, wenn die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 2019 um 43 Prozent sinken.

Klimaschutz: Zunehmende Konflikte zwischen reichen und armen Ländern

UN-Berichte würden zunehmende Konflikte zwischen reichen Ländern und Entwicklungsländern enthüllen, da die Umsetzung der vereinbarten Ziele ärmere Länder vor erhebliche Herausforderungen stelle. Die Finanzierung und Umstellung auf grüne Energieträger ist ein Beispiel. Es gebe zwischen den Ländern Unterschiede darüber, „wer bei der Begrenzung der Erwärmung die größte Last tragen sollte“, sagte der Exekutivsekretär der Vereinten Nationen, Simon Stiell, dazu. 

Zudem macht der letzte „Blueprint“-Bericht der EU laut Stiell deutlich, dass die Welt „vom Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens abgekommen“ sei. Im Zuge der Planung der COP28 habe man eine Bilanz gezogen und festgestellt, dass es den reichen Nationen „eklatant an Ehrgeiz mangele“, heißt es im UN-Bericht. Letzten Monat kündigte der britische Premierminister Rishi Sunak beispielsweise an, eine Änderung der Netto-Null-Ziele vornehmen zu wollen.

Erst letzten Monat gab die UN bekannt, dass ein Temperaturanstieg um 2,6 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 nur verhindert werden kann, wenn umgehend Maßnahmen ergriffen werden. Dan Jørgensen, Dänemarks Minister für globale Klimapolitik, sagte, alle Länder müssten sich auf der COP28 dazu bereit erklären, einen „breiten Kompromiss“ einzugehen.

Dieser Kompromiss wird eine Reihe von Themen betreffen, einschließlich Fragen danach, wie Volkswirtschaften an die Auswirkungen der globalen Erwärmung angepasst und die Umstellung auf grüne Energie finanziert werden soll. „Es besteht die Tendenz, dass dies die wichtigste COP seit Paris sein wird“, sagte er. „Hier ziehen wir nicht nur Bilanz, schauen einander in die Augen und sagen: ‚Okay, wo stehen wir und wo sind die Lücken zwischen Taten und Ambitionen.“

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