Exklusive Bild-Umfrage zeigt

Kaum noch Vertrauen in Corona-Zahlen

03.01.2022
Lesedauer: 2 Minuten
„Nicht zutreffend abgebildet“: Gesund­heitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) zu den Corona-Zahlen. Rechts RKI-Chef Lothar Wieler (60) Foto: Getty Images

Die Deutschen vertrauen den Corona-Zahlen nicht mehr.

Das ergab eine INSA-Umfrage für BILD. Auf die Frage, ob sie den offiziellen Infektionszahlen noch vertrauen, antworteten 57 % mit Nein. Nur 32 % glauben, dass die Zahlen stimmen.

Heißt: Die Mehrheit gibt nichts mehr auf die Werte des Robert-Koch-Instituts (RKI)!

Selbst Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) gestand ein, dass das aktuelle Infektionsgeschehen „in den offiziellen Zahlen nicht zutreffend abgebildet ist“.

Wie kann das sein?

► Nur ein kleiner Teil der Infektionen wird derzeit bekannt. Denn: Tests und Meldungen durch die Gesundheitsämter lassen während der Ferien stark nach.

Und: Immer mehr Landkreise geben die Kontaktnachverfolgung auf. Das aktuelle Infektionsgeschehen, die Ausbreitung der Omikron-Variante? Unbekannt.

Wirtschafts-Experte Dieter Janecek (45, Grüne) kritisiert in BILD: „Wir sind in Deutschland leider in einem Datenblindflug durch zwei Jahre Pandemie gegangen.“ Janecek verweist auf Länder wie Großbritannien oder Dänemark, die durch repräsentative Befragungen eine bessere Grundlage hätten.

► Selbst die offizielle Impfquote ist unzuverlässig (knapp 82 % der Erwachsenen sind zweimal geimpft). Die wahre Zahl liegt vermutlich höher, da nicht alle Impfungen gemeldet wurden. Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel (66, CDU) fordert daher ein zentrales Impfregister.


► Auch die Hospitalisierungsinzidenz stimmt nicht! ­Viele, die als Corona-Pa­tien­ten gezählt werden, sind nicht wegen Corona im Krankenhaus (BILD berichtete). Sie fließen trotzdem in die Hospitalisierungsquote ein.

Das RKI sieht die Verantwortung bei Gesundheitsämtern, die die Daten nicht überall rechtzeitig melden. „All das liegt nicht in der Verantwortung des RKI“, teilte die Behörde auf BILD-Anfrage mit. Auch Bund, Länder und Kommunen haben viele Ausreden (Personalnotstand während der Feiertage).

Wie es TROTZDEM geht, zeigt Bremen. Über Weihnachten und Silvester verdoppelte die Hansestadt die Zahl der Mitarbeiter im Gesundheitsamt, holte sich Hilfe bei der Bundeswehr.

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