Wird das unangenehm für Karl Lauterbach? Plötzlich gibt es Fragen zum akademischen Lebenslauf des Gesundheitsministers.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach kann eine beeindruckende akademische Karriere vorweisen: Der Professor gründete an der Universität zu Köln 1997 das Institut für Gesundheitsökonomie, Medizin und Gesellschaft. Zudem ist er Gastdozent für Gesundheitspolitik und -management an der Havard Universität in den USA. Dieser Ruf als ausgewiesener Experte ebnete dem späteren Politiker Lauterbach den Weg ins Bundesministerium.
Doch genau diese akademische Karriere wird nun von der Redaktion der „Welt am Sonntag“ kritisch hinterfragt. Es geht um ein Bewerbungsverfahren Mitte der 1990er-Jahre. Könnten die Enthüllungen unangenehm werden für Lauterbach?
Vergangenheit von Karl Lauterbach: Offene Fragen
„Wo sind Lauterbachs Millionen?“, titelt die „Welt am Sonntag“. Nachgegangen wird der Frage, ob Karl Lauterbach bei einer Bewerbung als C4-Professor in Tübingen falsche Angaben machte. So habe Lauterbach damit geworben, enorme Drittmittel für die Forschung besorgt zu haben – laut Recherche der Zeitung fehlen dafür aber die Belege.
Wochenlang haben wir zu angeblichen Falschbehauptungen von @karl_lauterbach bei seiner Bewerbung als Uni-Prof. recherchiert. Das Ergebnis: Belege für angeblich eingetriebene Drittmittel in Millionenhöhe lassen sich nicht finden. Die Recherche nun in @weltamsonntag. @weltt 1/N pic.twitter.com/yJr2rYJSgI
— Tim Röhn (@Tim_Roehn) March 10, 2023
So soll Lauterbach damals unter anderem angegeben haben, als „Studienleiter“ Mittel in Millionenhöhe für eine Mammakarzinom-Studie besorgt zu haben. Jedoch: Lauterbach sei gar nicht Leiter einer solchen Studie gewesen, sondern Christian Mittermayer. Der SPD-Politiker werde auch nicht als Mit-Autor der Studie erwähnt. Das soll nicht der einzige Fall einer auffälligen Unstimmigkeit sein.
Zwar wurde Lauterbach letztlich nicht Professor in Tübingen, sondern in Köln – die Vorwürfe könnten trotzdem an seiner Reputation kratzen. Laut „Welt am Sonntag“ lehnte Lauterbach eine Beantwortung von Nachfragen dazu ab.


