Wärmepumpen-Hersteller

Kanzler Scholz sieht Verkauf von Viessmann-Heizungssparte grundsätzlich positiv

26.04.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Der hessische Heizungsbauer Viessmann verkauft seine Klimasparte einschließlich der lukrativen Wärmepumpen an den US-Konkurrenten Carrier Global. Im Gegenzug übernimmt die verbleibende Viessmann-Gruppe ein Aktienpaket und wird einer der größten Anteilseigner des US-Konzerns. Quelle: WELT/ Thomas Klug

Die Bundesregierung begrüßt den Plan des hessischen Unternehmens Viessmann, seine Wärmepumpensparte in die USA zu verkaufen. Regierungssprecher Steffen Hebestreit spricht von einer „guten Nachricht“. Bundeswirtschaftsminister Habeck kündigte hingegen an, den Verkauf untersuchen zu wollen.

Die Bundesregierung sieht im Verkauf der Viessmann-Klimasparte an den US-Konkurrenten Carrier Global keinen Rückschlag für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, das Beispiel zeige, dass deutsche Hersteller über Know-how für Zukunftstechnologien verfügten und internationales Kapital anzögen. Es gelte sicherzustellen, dass Wertschöpfung, Beschäftigung und Arbeitsplätze in Deutschland erhalten blieben. Das Wirtschaftsministerium werde den Verkauf entsprechend prüfen.

Robert Habeck (Grüne) selbst hatte am Mittwoch angekündigt, den Verkauf prüfen zu wollen. „Wir werden uns das Vorhaben im Rahmen der vorgesehenen Prüfschritte anschauen und sind im Gespräch mit dem Verkäufer und dem Investor, damit das Projekt unserer Wirtschaft und dem Standort Deutschland dient“, sagte der Grünen-Politiker. Ein Sprecher von Habeck sagte am Mittwoch, im Gegenteil zeige dies, dass in deutsches Know-how investiert werde. Er sprach von einer für die Energiewende bedeutenden Branche.

Die Vorteile der deutschen Energiepolitik und Gewinne, die damit erwirtschaftet würden, müssten weiter dem Standort Deutschland zugutekommen. Gerade deutsche Unternehmen hätten die Wärmepumpentechnik vorangebracht, sagte Habeck. Der Carrier-Einstieg sei kein Rückschlag für den Standort Deutschland, es werde in Deutschland investiert, betonte auch ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Das nordhessische Unternehmen Viessmann hatte in der Nacht angekündigt, seine Klimasparte an den US-Konkurrenten Carrier Global zu verkaufen. Dazu gehören auch die lukrativen Wärmepumpen. Vor allem sie sollen in Deutschland längerfristig Öl- und Gasheizungen ersetzen.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Andreas Jung forderte von der Bundesregierung, den Standort Deutschland zu stärken. Jung sagte in einem Interview mit dem Fernsehsender WELT: „Es muss uns zu denken geben, dass sowohl Vaillant als auch Viessmann neue Werke im Ausland planen.“ Als Konsequenz forderte Jung: „Wir müssen schneller werden bei Planung und Genehmigung, wir müssen besser werden bei den Fachkräften und die Steuer- und Abgabenlast muss niedriger werden. Das sind politische Weichenstellungen für den Standort Deutschland.“ Hier sei die Bundesregierung gefordert: „Wenn hier so viel passiert in diesem Wärmemarkt, dann haben wir doch ein elementares Interesse daran, dass die Wertschöpfung in Deutschland stattfindet, Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Dafür müssen wir die Weichen stellen.“

dpa/rtr/säd/jns

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