Die Wirtschaft wird grüner und mit Joe Kaeser hat sich nun einer der prominentesten Ex-Manager des Landes für die Kanzlerkandidatin der Grünen ausgesprochen. Doch in der Industrie gibt es auch Vorbehalte.
Dass Grüne und Wirtschaftsvertreter sich gut verstehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Mit Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser hat nun aber ein äußerst prominenter früherer Wirtschaftsführer seine Stimme für die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erhoben.
Die 40-Jährige habe die größte Glaubwürdigkeit für eine nachhaltige und langfristige Erneuerung, sagte Kaeser der »Süddeutschen Zeitung«. Er habe Baerbock kennengelernt als eine Person, die auf die Wirtschaft zugehe und zuhöre. Zudem könne sie sich sehr schnell auch in traditionelle Industriethemen wie Stahl, Chemie oder Energietechnik einarbeiten und suche nach wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen. »Was ihre Auffassungsgabe und Interesse betrifft, erinnert sie mich sehr an unsere heutige Bundeskanzlerin.«
BDI warnt vor dirigistischem Staatsverständnis
Die Grünen hatten in den vergangenen Jahren wirtschaftspolitisch in einigen Bereichen Anerkennung aufholen können, in der Automobilbranche etwa durch ihre Regierungsbeteiligung in Baden-Württemberg. Dennoch griff der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den Entwurf zum grünen Wahlprogramm im April 2021 heftig an. Der Grünenentwurf bereite Anlass zur Sorge, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Er sprach »von einem prinzipiellen Misstrauen gegen marktwirtschaftliche Mechanismen und Akteure«.VERLAGSANGEBOT



