Protest gegen Greenpeace

Junge Klimaaktivisten starten Pro-Kernkraft-Kampagne

29.08.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Während Deutschland voll auf erneuerbare Energien setzt, um damit den Klimawandel in den Griff zu bekommen, baut Frankreich seine Atomkraft mit Hochdruck weiter aus. Auch schwedische Klimaaktivisten positionieren sich für den Ausbau der CO₂-freien Kernenergie. Quelle: WELT

Sie beteiligten sich an Schulstreiks wegen des Klimawandels, jetzt machen sie mobil für Atomkraftwerke: Eine Kampagne junger Europäer fordert den Ausbau der CO₂-freien Kernenergie. Die Aktivisten kritisieren damit Greenpeace – der Umweltkonzern stecke „in der Vergangenheit fest“.

Ia Aanstoot aus Schweden hat an Schulstreiks teilgenommen, um auf die Risiken der globalen Erwärmung aufmerksam zu machen. Doch das genügt der 18-Jährigen nicht mehr. Zusammen mit jungen Leuten aus anderen europäischen Ländern kämpft sie nun auch für Kernkraft. Ihr Protest richtet sich gegen den Umweltkonzern Greenpeace. „Greenpeace steckt in der Vergangenheit fest“, sagt Aanstoot. „Es kämpft gegen saubere, CO₂-freie Kernenergie, während die Welt buchstäblich brennt.“

Mit ihrer Kampagne „Dear Greenpeace“ wollen die Klimaaktivisten der Umweltorganisation „Replanet“ erreichen, im Rechtsstreit zwischen der EU-Kommission und Greenpeace am Europäischen Gerichtshof als Interessenspartei gehört zu werden. Vor Gericht wollen sie Expertenmeinungen zugunsten klimafreundlicher Kernenergie abgeben.

Greenpeace hatte gegen die Entscheidung der EU-Kommission geklagt, Kernenergie in die EU-Taxonomie aufzunehmen. Mit ihrer Taxonomie lenkt die EU Investitionen in bevorzugte Energieträger, die klimafreundlich sein sollen.

Greenpeace hingegen kämpft seit Jahrzehnten gegen Kernkraft. Der Konzern warnt vor Unfällen und der vermeintlich ungeklärten Frage nach Endlagern für die radioaktiven Abfälle. Daten, veröffentlicht vom britischen Non-Profit-Projekt „Our world in Data“, hingegen zeigen, dass Kernkraft zu den sichersten Energietechnologien gehört. Erste Endlager werden bereits gebaut.

Bei der Stromerzeugung durch Kernkraft wird kein Treibhausgas freigesetzt, weshalb auch der UN-Klimarat die Technologie als adäquat einstuft, um die globale Erwärmung zu bremsen. Die jungen Klimaaktivisten starten nun eine Petition, in der sie Greenpeace auffordern, ihre Kampagne gegen die Kernenergie einzustellen.

Deutschland ist aus der Atomkraft ausgestiegen, es musste zur Stromerzeugung CO₂-intensive Kohlekraftwerke hochfahren. „Ich habe entsetzt gegen Greenpeace protestiert, als sie sich dafür einsetzten, die deutschen Kernreaktoren zu stoppen, was zu einer viel höheren Nachfrage nach Kohle führte“, sagt die 22-jährige Biologin Julia Galosh, die sich ebenfalls an der Kampagne von „Replanet“ beteiligt. „Jetzt wollen sie verhindern, dass mein Heimatland Polen von Kohle auf Atomkraft umsteigt – genug ist genug“, meint sie.

„Kernenergie ist derzeit die größte Quelle sauberer Energie in der EU“, betonen die Aktivisten. „Länder wie Frankreich und Schweden haben dank der Kernenergie eine rasche CO₂-Minderung ihrer Stromerzeugung erlebt“ – ein Vorbild, meinen Aanstoot und ihre Mitstreiter: „In ganz Europa haben Länder mit Atomkraftwerken durchweg geringere CO₂-Emissionen als solche ohne Atomkraftwerke.“

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

eins × 2 =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien