„Mit meinem Vater geduscht“

Joe Biden holt das Tagebuch der Tochter ein

19.06.2024
Lesedauer: 3 Minuten
Joe Biden, damals Vizepräsident, bei einem Auftritt mit seiner Tochter Ashley 2015 Foto: WireImage

Es wurde 2020 gestohlen ++ Einige Passagen bleiben brisant ++ Trump hofft auch Wahlkampfmunition

Dieses Tagebuch hätte die Familie von US-Präsidenten Joe Biden (81) am liebsten für immer weggeschlossen. Doch es kursiert weiter, propagiert von rechtsgerichteten Aktivisten und Medien, aber weitgehend ignoriert von der traditionellen amerikanischen Presse.

Es geht um handschriftliche Einträge auf einem Notizblock von Ashley Biden (43), Tochter des Demokraten mit seiner zweiten Frau Jill Biden (73).

Joe Biden mit seiner Tochter Ashley im August 1987, als sie den damaligen Senator bei politischen Auftritten begleitete
Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ashley glaubt in diesen Zeilen, dass sie in ihrer Kindheit „sexuell missbraucht“ wurde, sich aber nicht genau erinnern könne. Dass sie mit „Papa gemeinsam geduscht“ hatte, daran hegt sie keine Zweifel. 

Ashleys Tagebuch wurde zum Polit-Krimi

Die Story rund um „Ashley’s Diary“ ist ein Polit-Krimi. Ashley war vor Jahren beim Drogenentzug in einem Resozialisierungszentrum in Delray Beach (US-Bundesstaat Florida). Dort fand 2020 eine Frau den Schriftsatz unter einer Matratze. Sie klaute auch Ashleys PC-Speicher, Bücher, Kleidung und Gepäck.  

Alles wurde für 40 000 Dollar an das rechtsgerichtete „Project Veritas“ verkauft. Team Biden verurteilte die Veröffentlichung als Komplott rechtsextremer Verbündeter seines Vorgängers Donald Trump (78).

Das Tagebuch jedenfalls ist authentisch: Die Diebin Aimee Harris wurde gerade zu einer einmonatigen Haftstrafe verurteilt. Biden-Tochter Ashley, eine Aktivistin, Philanthropin und Modedesignerin, bestätigte: „Mein persönliches, privates Tagebuch wurde gestohlen!“

US-Präsident Joe Biden (l.), First Lady Jill Biden (M.), Tochter Ashley (r.) und die Enkelinnen Finnegan (2. v. l.) und Naomi posieren für ein Selfie während der Fourth-of-July-Feierlichkeiten 2021
Foto: AFP via Getty Images

„Was ist der Grund: Wurde ich missbraucht?“

Dass die 132 Seiten im Internet weiterhin einzusehen sind, ist sicherlich übel. Einige der Einträge aber sind verstörend:

► „Übersexualisiert in jungen Jahren“, schrieb sie in einer Passage vom Juli 2019. „Was ist der Grund dafür? Wurde ich missbraucht? Ich denke schon.“

„Ich kann mich nicht an Einzelheiten erinnern, aber ich erinnere mich an ein Trauma …  (…) Daran, dass ich in jungen Jahren Sex mit Freunden hatte; ich habe mit meinem Vater geduscht (was wahrscheinlich nicht angemessen war); ich war erregt, wenn ich es nicht hätten sein sollen.“ 

Konservative Medien wie die „Daily Mail“ erinnern angesichts der Rückkehr der Tagebuch-Schlagzeilen an frühere Sexvorwürfe gegen Biden. Ex-Senatsmitarbeiterin Tara Reade (60) berichtete von einer Sexattacke 1993. Sieben weitere Frauen erzählten über „Berührungen“. Für Verwunderung sorgt auch Bidens Faible, an den Haaren von Babys zu riechen, zuletzt zu beobachten bei einer Osterfeier im Weißen Haus.

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