Immer wieder lassen militante Palästinenser mit Brandsätzen beladene Ballons über die Grenze fliegen. Die israelische Armee reagierte mit einem Angriff auf einen Stützpunkt der Hamas im Gazastreifen.
Die Armee von Israel hat erneut Luftangriffe im Gazastreifen geflogen. Als Vergeltung für Attacken mit Brandballons aus dem Palästinensergebiet beschossen Kampfflugzeuge in der Nacht zum Freitag eine Waffenfabrik der radikalislamischen Hamas, wie die israelische Armee mitteilte. Wie aus Sicherheitskreisen der Hamas verlautete, wurde ein Übungsgelände getroffen. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.
An Ballons befestigte Brandsätze hatten nach Angaben der israelischen Feuerwehr am Donnerstag vier Brände in der südisraelischen Region Eschkol an der Grenze zum Gazastreifen ausgelöst. Die Feuer waren demnach aber »klein und ungefährlich« und konnten schnell unter Kontrolle gebracht werden.
Militante Palästinenser lassen immer wieder solche mit Spreng- und Brandsätzen beladenen Ballons über die Grenze nach Israel fliegen, um dort Schäden zu verursachen. Regelmäßig kommt es dabei zu Bränden auf Feldern im Süden des Landes.
Die israelische Luftwaffe hatte zuletzt Mitte Juni Vergeltungsangriffe im Gazastreifen geflogen. Auch damals hatten militante Palästinenser zuvor Brandballons nach Israel fliegen lassen. Es waren die ersten israelischen Luftangriffe im Gazastreifen seit dem Ende des elftägigen gegenseitigen Raketenbeschusses zwischen Israel und der Hamas im Mai.
Israels Konflikt mit der Hamas war am 10. Mai eskaliert, als die Palästinenserorganisation als Reaktion auf Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der Polizei in Ost-Jerusalem massiv Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Bis zum Inkrafttreten einer von Ägypten vermittelten Waffenruhe am 21. Mai wurden 260 Palästinenser getötet. Bei den Raketenangriffen auf Israel gab es in diesem Zeitraum 13 Tote.
Die islamistische Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Ein Großteil der zwei Millionen Menschen in dem Küstengebiet lebt nach Angaben von Hilfsorganisationen unter sehr schlechten Bedingungen.
als/dpa/AFP



