Vorschlag des Landwirtschaftsministeriums

Iren wollen fürs Klima 200 000 Kühe schlachten

02.06.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Die irische Regierung will Rinder töten lassen, um die Klimaziele zu erreichen Foto: picture alliance / Zoonar

Irland ist stolz auf sein klimafreundlich erzeugtes Rindfleisch. Es verursacht angeblich bereits heute schon einen nur halb so großen CO2-Fußabdruck wie der weltweite Durchschnitt.

Doch das ist irischen Klimaaktivisten und Regierungsbeamten noch lange nicht genug: Jetzt erwägen sie, in drei Jahren 200 000 Rinder zu schlachten, um den Klimazielen des Landes näherzukommen!

Hintergrund: Das Oberste Gericht Irlands hatte die Regierung zur Erarbeitung eines neuen Klimaplans verpflichtet. Geklagt hatten die Organisation Friends of the Irish Environment. Sie pocht auf Einhaltung des von der Regierung ausgerufenen Ziels, die CO2-Emissionen des Landes bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

In internen Dokumenten des Landwirtschaftsministeriums finden sich Vorschläge, um die „Emissionslücke“ zu schließen, wie die „ Irish Times“ berichtet. Eins davon lautet: Die Rinder sollen daran glauben!

Die Dokumente rechnen sogar die Kosten vor: Um drei Jahre lang jedes Jahr 65 000 Kühe zu schlachten, muss ein Budget von 200 Millionen Euro her.

Die ersten Landwirte und Bauernverbände laufen Sturm gegen den Plan. Forderung der Farmer: Wenn überhaupt Tiere fürs Klima töten, dann bitte freiwillig und nicht verpflichtend.

„Die Landwirte sind bereit, im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Umwelt ihren Beitrag zu leisten, aber es sei wichtig anzuerkennen, dass die aktuelle Milchviehherde auf dem gleichen Niveau sei wie vor 30 Jahren“, sagte Pat McCormack vom Verband der irischen Molkereimilchlieferanten.

Ist die Kuh wirklich ein Klima-Killer?

Fakt ist: Jedes Rind stößt pro Jahr rund 100 Kilogramm Methan aus – ein Gas, das zehn bis zwanzig Mal schädlicher für das Klima ist als CO2 – bei weltweit ca. 1,6 Milliarden Rindern.

Dr. Anita Idel (66), Tierärztin und führende Autorin des Weltagrarberichts hält im NDR dagegen: „Seit Jahrzehnten werden Rinder auf Hochleistung – Milch oder Fleisch – gezüchtet und nicht artgerecht gefüttert. Sie müssen – in Nahrungskonkurrenz zum Menschen – Futtermittel verdauen, für die sie nicht gemacht sind. Das ist alles andere als effizient.“

Und weiter: „Bei richtiger Haltung und Fütterung sei die Kuh keineswegs ein ‚Klimakiller‘, so Idel, sondern vielmehr eine Klimaschützerin. Denn: Frisst die Kuh Gras, regt sie es damit zum Wachstum an. Das Gras bildet Feinwurzeln aus, die deutlich mehr CO2 speichern können als etwa Wälder.“Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.

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