„In diesem Land hat keine Integrationspolitik stattgefunden“

10.08.2021
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Gedenken im vergangenen Jahr an Hatun Sürücü, die 2005 einem ihrer Brüder erschossen wurde – weil ihr westlicher Lebensstil vermeintlich die Ehre der Familie verletzte - Quelle: picture alliance/dpa

Die Tötung einer Afghanin hat eine Debatte um patriarchalische Strukturen von Migranten entfacht. Während Berlins Senatorin für Integration kulturelle Tatmotive bestreitet, fordert eine deutsch-türkische Aktivistin ein Ende von „Multi-Kulti“.0

Maryam H. floh aus Afghanistan. Vor dem Krieg konnte sie sich retten, die patriarchalischen Strukturen in diesem Land holten sie in Deutschland ein. Ihre Brüder Seyed H., 22, und Sayed, 25, stehen unter dem dringenden Tatverdacht, am 13. Juli in Berlin ihre Schwester getötet und ihre Leiche in einem Koffer mit der Bahn ins oberbayerische Holzkirchen gebracht zu haben. Maryam musste aller Wahrscheinlichkeit nach sterben, weil ihre freie Lebensweise nicht den Moralvorstellungen ihrer Familie entsprach.

Es ist eines von vielen Verbrechen, die an Frauen und auch an Männern begangen wurden, die gegen die Regeln in Familien verstoßen haben, die von traditionell-patriarchalischen Strukturen geprägt sind.

Die Deutsch-Türkin Serap Cileli sagt: „Wir können die sanfte Multi-Kulti-Politik der vergangenen Jahrzehnte nicht weiterführen, wenn sich etwas ändern soll. Wir müssen Integration einfordern.“

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